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Supercup Die Rückkehr des Niko Kovac

Im Supercup gibt es im Stadtwald ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Eintracht-Trainer Niko Kovac.

Niko Kovac
Balljunge in München: Niko Kovac vor radelnden Bayern-Profis. Foto: afp

Leon Goretzka, im Sommer von Schalke 04 zum FC Bayern gewechselter Nationalspieler, hat dieser Tage, zwischen zwei Trainingslagern, erstaunt festgestellt, dass das Image, welches der Fußballlehrer Niko Kovac in der Öffentlichkeit genießt, tatsächlich zutrifft.

Der Mann hat sich einen Ruf als harter Hund erarbeitet, als einer, der viel verlangt, viel trainiert, der zerrt und triezt, selten Ruhe gibt. Er hat das gleich angekündigt, kaum dass er den großen Kinosaal in der WM-Arena in Fröttmaning bei seiner ersten Pressekonferenz als Bayern-Coach betreten hatte: „Vorbereitung heißt Arbeit“, postulierte Kovac. A und O sei eine ordentliche Fitness, und die komme nun mal nicht geflogen. Leon Goretzka und die anderen haben das schnell am eigenen Leib erfahren: „Mit zwei Einheiten am Tag kommt man fast auf sechs Stunden, die man auf dem Trainingsplatz steht.“ Tja, das ist der Niko, wie man ihn kennt aus Frankfurt.

Robben lobt Kovac

Aber warum sollte der 46-Jährige auch abrücken von seiner Philosophie, nur weil er jetzt den großen FC Bayern anleitet? Er ist ja so gestrickt: korrekt, gradlinig, knüppelhart. Alles muss dem sportlichen Erfolg des Klubs untergeordnet werden, Lebensführung, Freizeitgestaltung, Ernährung, einfach alles. Und der heilige CK-Wert muss stimmen, Muskelverletzungen pflegt einer wie Kovac fast schon persönlich zu nehmen. Und hinterher geht’s aus guter Tradition zum Ausstrampeln aufs Fahrrad. Der Mann achtet auf Kleinigkeiten, überlässt nichts dem Zufall.

Bislang ist der Kroate aus Berlin gut angekommen bei den Bayern, er spürt die Rückendeckung der Bosse, die Spieler ziehen kritiklos mit, Arjen Robben etwa, der alte Fahrensmann, kommt aus dem Loben gar nicht mehr heraus, auch die deutschen Nationalspieler, die erst später (aber immer noch früher als geplant) dazustießen, finden Kovac okay. Außerdem hatte er ihnen die strapaziöse PR-Reise in die USA erspart, nicht der schlechteste Schachzug zum Einstieg, wenn man Stars auf seine Seite ziehen will. Aber smart und eloquent im Auftreten war Kovac ja schon immer. 

Er ist unverbindlich, meist freundlich und gut gelaunt, gibt sich kumpelhaft, jovial, weiß sich zu verkaufen. Er legt Wert darauf, gut rüber zu kommen in der Öffentlichkeit. Er ist alles andere als unnahbar, aber richtig rankommen nur wenige an Niko Kovac. Vieles perlt von ihm auch einfach ab. Und er kann nachtragend sein. Und eiskalt.

Inzwischen, sagen professionelle Beobachter des Abonnementsmeisters nach drei Trainingslagern, seien die Bayern schon in einer prima Frühform, gegen Manchester United, im letzten ernsthaften Test, den die Münchner 1:0 gewannen, „war unser Umschaltspiel exzellent,“ schwärmte Thomas Müller. Und rennen können sie jetzt nach der Vorbereitung, zuletzt am Tegernsee in Rottach Egern, schier ohne Ende. Er wolle jeden Spieler besser machen, hat Niko Kovac auch in München angekündigt, dazu will er die Bayern technisch-taktisch auf ein noch höheres Niveau bringen. Bislang ist er da auf einem guten Weg. Ganz klar: Die Bayern sind im Supercup am Sonntag in Frankfurt (20.30 Uhr) gegen die Eintracht haushoher Favorit. Mal wieder.

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