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Stadtverbot in Marseille Eintracht geht gegen Stadtverbot vor

1. UpdateAnhörung vor Notfallgericht: Der deutsche Pokalsieger Eintracht Frankfurt und seine Fanorganisationen wollen das Aufenthaltsverbot in Marseille nicht akzeptieren.

20.09.2018 10:34
Girondins Bordeaux - Eintracht Frankfurt
Eintracht-Fans im Europapokal: Verbotene Zone. Foto: dpa

Der deutsche Pokalsieger Eintracht Frankfurt und seine Fanorganisationen wollen das Aufenthaltsverbot in Marseille nicht akzeptieren und gehen über einen Antrag beim Verwaltungsgericht dagegen vor. Dies teilten mehrere Fanorganisationen, darunter auch die Fanabteilung des Vereins, in einem gemeinsamen Statement am Donnerstagmorgen mit. Für Eintracht-Fans wurde für den Donnerstag zwischen 8 und 24 Uhr ein Aufenthaltsverbot in der Stadt Marseille verhängt, demnach drohen bei Verstößen Haft- und Geldstrafen. Das Spiel am Abend (18.55 Uhr) findet wegen wiederholter Vergehen von Olympique Marseille unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Der Fußball-Bundesligist und seine Fans bestreiten die Rechtmäßigkeit des Verbots. „Wir fordern daher die französischen Behörden auf, ihre Entscheidung zu überdenken und Eintracht-Fans in der Stadt zu begrüßen“, hieß es in dem Statement.

Auch Vorstandsmitglied Axel Hellmann kritisierte die Entscheidung, das Aufenthaltsverbot zu verhängen. „Das sind Panik-Reaktionen, um der Öffentlichkeit zu zeigen, dass man etwas macht und den Einwohnern der eigenen Stadt ein Sicherheitsgefühl zu suggerieren“, sagte er der „Bild-Zeitung“ (Donnerstag). Hellmann ist überzeugt, dass Kollektivstrafen „den Fußball unattraktiver machen und die europäischen Wettbewerbe zerstören“ können. „Fußball lebt doch von Emotionen“, meinte er.

Unterstützung erfuhr Hellmann von Vorstandskollege Fredi Bobic. „Was diese Art von Strafen betrifft, sind die Verbände – in diesem Fall die UEFA – auf dem falschen Weg. Du kannst nicht alle ausschließen“, sagte der Sport-Vorstand des Pokalsiegers der Zeitung „Die Welt“. Er forderte alternativ, blockweise zu sperren.

Im Stade Vélodrome müssen an diesem Donnerstag noch alle draußen bleiben. Das soll aber nicht für die Innenstadt gelten. Um 10.00 Uhr findet wegen des Aufenthaltsverbots eine Anhörung vor einem Notfallgericht statt. „Ungeachtet des Ergebnisses der heutigen Anhörung sind wir bereit, alle nationalen und europäischen Instanzen zu durchlaufen, um die besondere Behandlung der Fußballfans zu erörtern“, schrieben die Organisationen in ihrem Statement. (dpa)

Das Statement im Wortlaut (englisch)

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