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Spiel in Dortmund Eintracht verliert nach irrer Schlussphase

1. UpdateWahnsinn in der Nachspielzeit: Erst gleicht Eintracht Frankfurt beim BVB zum 2:2 aus, im Gegenzug sorgt Dortmunds Neuzugang Michy Batshuayi für den Siegtreffer.

Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt
Doppeltorschütze Michy Batshuayi (l) jubelt mit Andre Schürrle über seinen Treffer zum 2:1 gegen Eintracht Frankfurt. Foto: Bernd Thissen

Und dann ließ sich Danny da Costa einfach auf den Rasen plumpsen, der Länge nach lag er da im dampfenden Gras, der unglückselige Eintracht-Verteidiger, der Blick leer, dann schlug er die Hände vors Gesicht. Sekunden des Schmerzes und der Fassungslosigkeit, Sekunden, die sich sehr wahrscheinlich wie eine Ewigkeit anfühlten.

Ein paar Meter weiter stand Niko Kovac, zwar aufrecht, doch der Eintracht-Trainer fühlte sich im Dortmunder Fußballtempel, in dem 75 000 Menschen eine Minute zuvor förmlich ausgeflippt waren, wie von einem Dampfhammer getroffen, immer wieder schüttelte er ungläubig den Kopf. „Das ist verdammt ärgerlich und traurig“, sagte der 46-Jährige, als er sich wieder gefangen hatte. „Das Ding müssen wir einfach über die Bühne bringen.“ Das „Ding“ brachten die Frankfurter aber nicht über die Bühne, es war der eingewechselte Borussen-Stürmer Michy Batshuayi, der die Hessen in der vierten Minute der Nachspielzeit mit seinem 3:2-Siegtor auf die Bretter schickte und ausknockte. Ein Schlag ins Kontor.

Umso bitterer, weil die Eintracht in einer turbulenten, rassigen und unterhaltsamen Partie nur wenige Sekunden zuvor durch Danny Blum den 2:2-Ausgleich erzielt hatte. Doch wie gewonnen, so zerronnen. „Es kann nicht sein, dass wir in der Nachspielzeit den Ausgleich machen und in der Nachspielzeit dann noch ein Tor fangen“, sagte Kovac. „Da muss man cleverer sein.“

Marco Russ: „Wir haben uns blöd angestellt.“

Cleverness, Abgebrühtheit und Routine – das waren die Schlagworte, die diese schmerzhafte Frankfurter Niederlage kennzeichneten. „Wir haben uns blöd angestellt“, knurrte Innenverteidiger Marco Russ. Doch nach dem Ausgleich durch Danny Blums erstem Saisontor brachen bei den Hessen alle Dämme, sie jubelten frenetisch, konnten ihr Glück kaum fassen. „Wir waren sehr euphorisch, da war zu viel Adrenalin im Körper, aber wir müssen mehr Ruhe bewahren“, monierte Kovac.

Eine Fehlerkette führte zum späten Tiefschlag. Im Tiefschlaf präsentierte sich da Abwehrmann da Costa, der viel zu lange brauchte, um aufzurücken, so hob er schließlich das Abseits auf. Auch Torwart Lukas Hradecky hatte den Ball zuvor recht unmotiviert weggeschossen. „Er muss den Ball nicht schlagen – und schon gar nicht in die Mitte“, kritisierte der Coach.

Die Mannschaft ist, wenn man so will, in ihr Unglück gerannt. Das räumte Kevin-Prince Boateng auch ein, er selbst habe Spiel mit einem schnellen Einwurf beschleunigen wollen. „Vielleicht war das ein Fehler, aber ich will immer gewinnen.“ Boateng bescheinigte seinem Team eine „überragende Leistung, ich kann nur ein Riesenkompliment machen“.

Duplizität der Ereignisse: Die Eintracht ließ sich von den Dortmundern gleich doppelt bestrafen, auch nach dem 1:1 durch Luka Jovic (75.) brauchte der BVB nur 120 Sekunden, um - abermals durch Batshuayi - zurückzuschlagen. „Es ist traurig, dass sich die Mannschaft nicht selbst belohnt hat“, sagte Kovac. „Wir müssen daraus lernen. Und auch cooler bleiben.“

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