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Spiel gegen Hoffenheim Frankfurt verliert in letzter Minute

Ausgerechnet Benjamin Hübner, der Sohn von Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner, trifft kurz vor Schluss zum Sieg für Hoffenheim.

Haris Seferovic
Haris Seferovic am Boden: Der Eintracht-Spieler hätte seine Mannschaft kurz vor Schluss in Führung schießen können. Kurz darauf traf Hübner. Foto: dpa

Kurz vor Schluss, die unspektakuläre Begegnung im Kraichgau war schon fast gelaufen und ein torloses Remis so gut wie verbucht, war es Benjamin Hübner, ausgerechnet Benjamin Hübner, der sich mit dem Unentschieden nicht so richtig anfreunden konnte und die Partie doch noch entscheiden wollte. Nach einem Eckstoß für die TSG Hoffenheim von Sebastian Rudy setzte der lange Innenverteidiger der Sinsheimer seinen ganzen Körper mit aller Wucht ein, übersprang den Frankfurter Kapitän Marco Russ und köpfte humorlos zum 1:0 für die TSG ein. Eine Minute vor dem Ende. Draußen, auf der Ersatzbank, sackte Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner in sich zusammen, denn, Pikanterie am Rande, es war ausgerechnet sein Sohn, Benjamin, der die Frankfurter mit seinem Kopfball so spät auf die Bretter schickte. Da half die ganze Familienbande nicht.

Der Sieg für die Hoffenheimer war insgesamt verdient, nicht, weil die stark ersatzgeschwächte und gezwungenermaßen umgekrempelte Eintracht enttäuschte oder einen schwachen Auftritt hinlegte, das nicht, das neu formierte Ensemble hatte sich nach Kräften gewehrt und sich ordentlich aus der Affäre gezogen. Doch die Sinsheimer investierten insgesamt mehr in die Partie, hatten deutlichen mehr Ballbesitz (70 Prozent), mehr Torschüsse, sie wollten den Sieg einfach mehr, waren williger, den Dreier einzufahren. Die Hessen beschränkten sich darauf, das Spiel zu verwalten. Es war deutlich zu spüren, dass sie darauf aus waren, den einen Punkt zurück an den Main zu bringen. Hat dann doch nicht geklappt.

„Wir haben uns darauf versteift, nur gut zu stehen“, monierte Trainer Niko Kovac. „Wir haben nur reagiert, wenig agiert.“  Einen grundsätzlichen Vorwurf wollte er seiner Mannschaft jedoch nicht machen. Dazu waren die Reihen auch zu gelichtet, der Kader zu dezimiert. Die Eintracht trat ohne ihr komplettes defensives Mittelfeld (Omar Mascarell, Mijat Gacinovic) an, zudem saß Stürmer Branimir Hrgota angeschlagen auf der Bank, Linksverteidiger Taleb Tawatha muss mit einer Bänderverletzung im Sprunggelenk sowieso erst einmal kürzertreten. Dafür spielte Timothy Chandler auf der „Sechs“, weil sich Assistenztrainer Armin Reuterhahn daran erinnert, dass der etatmäßige Rechtsverteidiger zu gemeinsamen Nürnberger Zeiten schon mal im Mittelfeld ausgeholfen hatte.

Neben Chandler kam zudem Marc Stendera zum Einsatz, das Eigengewächs, das sich im zweiten Relegationsspiel im Mai 2016 in Nürnberg das Kreuzband im Knie gerissen hatte. In dieser Spielzeit hat der 21-Jähirge noch gar nicht mittun dürfen. Stendera machte seine Sache gut, er war darob selbst ein wenig überrascht. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so in Ordnung läuft“, sagte er. Zwei Stunden vor Spielbeginn hatte er erst erfahren, dass er der Startformation angehören wird. Für den Mittelfeldmann trotz 62 Bundesligaspielen und unzähligen Juniorenländerspiele etwas ganz besonderes. „Ich war extrem aufgeregt“, befand er.

Die Eintracht beschränkte sich zu sehr darauf, keine Fehler zu machen und versuchte, die Nullnummer über die Zeit zu retten. Das gelang doch nicht, auch weil Haris Seferovic in der Schlussphase eine gute Gelegenheit ausließ und an TSG-Torwart Oliver Baumann scheiterte. Der Schweizer Nationalstürmer, für Hrgota aufgeboten, hatte in dieser Szene aber nicht so viel falsch gemacht, wurde von Kevin Vogt hart bedrängt. „In so einem Spiel entscheiden Kleinigkeiten“, sagte Coach Kovac, der seinem Team aber eine ordentliche Leistung bescheinigte. „Wir können erhobenen Hauptes vom Platz gehen“, befand er. „Die Mannschaft ist über die Grenze gegangen.“

Die Eintracht ist dennoch auf Rang elf zurückgefallen, besonders viel spricht nicht dafür, dass sie noch mal einen Angriff auf die Europa-League-Plätze starten kann. Der Fokus liegt ohnehin auf dem 27. Mai. Da steigt in Berlin das Pokalfinale gegen Borussia Dortmund.

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