Lade Inhalte...

Sonny Kittel Kittel mischt munter mit

Das Eigengewächs macht im Trainingslager alle Übungen nach seinem Kreuzbandriss problemlos mit - obwohl es kürzlich hieß, er habe erneut einen Knorpelschaden erlitten. Eintracht hüllt sich in Schweigen.

Wie gut hält das rechte Knie? Sonny Kittel. Foto: Heiko Rhode

Das Testspiel gegen Al-Ahli hat er sich dann nicht mehr zugetraut. Sonny Kittel wollte pausieren, einen Tag mal nicht trainieren. Trainer Armin Veh hat ihm den Wunsch erfüllt, die Belastungen waren ja auch hoch in den letzten Tagen. „Sonny hat eine Vorgeschichte,“ sagte der Fußball-Lehrer.
Wer wüsste das nicht: Sonny Kittel, das Frankfurter Eigengewächs, ist der größte Pechvogel im Team. Beide Knie sind schwer vorgeschädigt, zwei Kreuzbandrisse, ein Knorpelschaden. Der Junge, im Trainingslager 23 Jahre alt geworden, hat ja mehr Zeit in Arztpraxen und Reha-Zentren zugebracht als auf dem Rasen. Für die Eintracht hat er bisher nur 43 Spiele absolviert – in bald fünf Profijahren.

Aber in diesem Trainingslager in Abu Dhabi mischte er munter mit. Trainer Veh empfand es als durchaus „überraschend“, wie er alles mitgemacht hat. Einmal trug er in einem Trainingsspiel ein weißes Leibchen, das bedeutet unter Fußballern, dass einer nicht attackiert werden darf. Ansonsten ging es ordentlich zur Sache. Und Sonny Kittel war mittendrin.

Lesen Sie bitte weiter auf der nächsten Seite.

Das ist insofern beachtlich, weil im Vorfeld dieses Trainingslagers die Meldung verbreitet wurde, Sonny Kittel laboriere erneut an einem Knorpelschaden. Das ist so ziemlich die schwerste Verletzung, die sich ein Fußballer einfangen kann. Veh hat aber, noch im alten Jahr, klar gesagt, dass Kittel nicht operiert werden müsse und auch ins Trainingslager fahre.

Wie schwer der offensive Mittelfeldspieler, der den Ball mit links und rechts führen kann, tatsächlich lädiert ist, darüber hüllen sich alle Beteiligten ein wenig ins Schweigen. Es gibt Verweise auf die ärztliche Schweigepflicht, man wolle nicht alles preis geben. Es wird ein Geheimnis um Kittels Knie gemacht. Im Dezember weilte Kittel ein paar Tage im Reha-Zentrum in Oberstaufen, er habe Probleme, weil er das Wadenbein überbelastet hätte, hieß es seinerzeit. Konditionstrainer Christian Kolodziej wiederum sagte kürzlich: „Sonny ist in einer sehr guten körperlichen Verfassung.“

Anführer des B-Teams

Bislang jedenfalls hat Kittel prima mitgehalten. Im sogenannten B-Team ist er so was wie der Anführer, der das Spiel macht. Und er trifft auch regelmäßig ins Tor. „Er macht das sehr gut“, lobt Trainer Veh, der dem Jungen vor allem eines wünscht: „Dass er über einen längeren Zeitraum gesund bleibt.“ Kittel selbst will natürlich alles daran setzen, seine Karriere fortzusetzen. Er will sich wieder ans Team herankämpfen „und „in dieser Saison noch mal zum Einsatz kommen.“

Um seine nähere Zukunft bei Eintracht Frankfurt braucht er sich immerhin keine großen Gedanken zu machen. Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen hat schon angedeutet, lange verletzte Spieler, wie etwa Johannes Flum, aber gerade auch Sonny Kittel, „nicht im Stich zu lassen“. Dieses Unterstützung möchte Sonny Kittel nur zu gern mit Leistungen zurückgeben. Wenn nur die Gesundheit mitspielte.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum