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Sebastian Rode Unter Freunden

Rückkehrer Sebastian Rode wirkt, als wäre er nie weg gewesen – und könnte die Qualität im Eintracht-Kader entscheidend anheben.

Sebastian Rode und Ante Rebic
Ohne Spielrhythmus, dennoch gut in Form: Sebastian Rode (links) im Zweikampf mit Ante Rebic. Foto: Jan Huebner

Bisher macht der Mann mit drahtigen Oberkörper  einen guten Eindruck -  sowohl im Training als auch beim 2:1 (1:0)-Testspielsieg am Donnerstag im Florida Cup gegen den FC Sao Paulo. Das 1:0 hatte Ante Rebic per Elfmeter erzielt, beim 2:1 ein Brasilianer ins eigene Netz getroffen. Rode durfte  die zweiten 45 Minuten ran. Kaum war er im Spiel, rauschte er einmal heftig in seinen Gegenspieler hinein, ansonsten gab es aber kaum Anlaufschwierigkeiten.  „Ich bin froh, wieder für die Eintracht auf dem Platz zu stehen. Klar fehlt hier und da noch die Abstimmung, aber ich denke, dass es ganz ordentlich war“, sagte er.

Rode war viel unterwegs, antizipierte die Situationen, stibitzte Bälle - er machte all das, was ihn schon während seiner ersten Zeit in Frankfurt auszeichnete. Die Verantwortlichen geben an, davon keineswegs überrascht zu sein. „Er kann Fußball spielen, sonst wäre er nicht beim FC Bayern und in Dortmund gewesen“, sagt  Trainer Adi Hütter. Die Eintracht hat Rode vor dessen Verpflichtung nicht nur bei seinen beiden Einsätzen im Regionalligateam des BVB beobachtet, sondern auch im Training.

„Wir sind alle von seinen Qualitäten überzeugt“, sagt Torhüter Trapp. Und Sportdirektor Bruno Hübner findet gar: „Seppl ist ein absoluter Vollprofi, sonst wäre er bei seiner Verletzungshistorie schon  weg vom Fenster. Es liegt in seiner Mentalität, dass er Verantwortung übernehmen will. Er  zieht die Mannschaft mit.“

Bei all dieser auf ihn hinabprasselnden Lobhudelei scheint Rode, der nach seinem Wechsel zu Jahresbeginn gemeinsam mit Ehefrau Johanna noch bei seinen Eltern in Alsbach-Hähnlein wohnt, zeitnah aber eine Wohnung in Frankfurt beziehen will, niemand zu sein, der abzuheben droht. Dafür hat er in den vergangenen Jahren zu viele Rückschläge in seiner Karriere erleben müssen, dafür ist er  ein zu bodenständiger Typ. Einer, der immer freundlich im Umgang mit seinen Mitmenschen ist, jeden Fan und jeden Reporter grüßt, der spürbar froh ist, endlich wieder seinen Beruf mit einer Chance auf Einsatzzeiten nachgehen zu können. „Ich habe nie vergessen, wo ich herkomme“, sagt Rode, dessen bisher letztes Bundesligaspiel lange zurückliegt. Am 13. Mai 2017 durfte er drei Minuten in Augsburg mitwirken. Seitdem stand er nur noch im Training, in Testkicks, in einem  unbedeutenden Supercupspiel und zwei Regionalligapartien auf dem Rasen.

Entsprechend warnt Bruno Hübner vor überzogenen Erwartungen. Rode müsse zunächst die Intensität des Trainings verkraften, so der Sportdirektor, außerdem liege eine lange Phase ohne Pflichtspiel hinter dem 28-Jährigen. Stimmt. Einerseits. Andererseits wären die Frankfurter mit ihrem Ex sicher keine zweite Liason eingegangen, wären sie nicht von seinen Qualitäten überzeugt.

Rode wird, selbst wenn er einschlägt, sicher nicht alle Spiele über die volle Zeit absolvieren. Das muss er auch gar nicht. Er soll aber sehr wohl zu einer brauchbaren Alternative zu Gelson Fernandes werden, der zuletzt nach der Leistenverletzung von Lucas Torro auf der Sechserposition mehr oder weniger als Alleinunterhalter fungierte. Rode und Fernandes sind ähnliche Spielertypen. Laufstark, aggressiv, fleißig. Dazu ist das fußballerische Potenzial Rodes sicher ein wenig höher einzustufen als das von Fernandes. In Hübners Worten klingt das so: „Wenn Seppl in seiner Zeit beim FC Bayern unter einem Trainer wie Pep Guardiola nichts dazugelernt hätte, dann wäre das schlecht.“