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Schwerer Gang nach St. Pauli Ohne Gladiator

Vor dem Gastspiel auf St. Pauli ist die Frankfurter Defensive in akuter Gefahr - Chris fällt aus und auch der Einsatz von Pirmin Schwegler ist plötzlich fraglich (mit Video-Kolumne "Waldstadion").

Michael Skibbe muss am Wochenende mit der Eintracht im Millerntorstadion auf St- Pauli antreten. Foto: Bongarts/Getty Images

Der kleine Benjamin Köhler hat am Mittwochabend nach der Pokal-Gala gesagt, nun wolle man auf St. Pauli nachlegen, was wichtig wäre, weil danach „schwere Spiele“ auf Eintracht Frankfurt warteten. Nacheinander treten an: Wolfsburg, Bremen, Hoffenheim, Bayern, Mainz, allesamt Hochkaräter, zumindest funkelnder als ein Aufsteiger FC St. Pauli. Genau darin liegt die Krux: Eintracht Frankfurt, zuletzt in fünf Pflichtspielen ungeschlagen, pflegt ganz gerne die Spiele gegen vermeintlich Kleine in den Sand zu setzen, daher rührte auch dereinst ihr Ruf von der launischen Diva.

Aber das soll jetzt ja ganz anders sein, findet zumindest der Trainer Michael Skibbe. „Jedes Spiel ist schwer, egal, gegen wen.“ Schwer wird folglich auch die Partie gegen St. Pauli, eine „kampfstarke, körperbetont spielende Mannschaft“. Die Eintracht werde sich, wie schon in Kaiserslautern, „erst einmal gut ihrer Haut erwehren müssen“, ehe sie mit ihrem schönen Fußballspiel beginne. Das Dumme daran: Ausgerecht in diesem Spiel fehlt den Frankfurtern ihr „Gladiator“. So hat Skibbe kürzlich den defensiven Mittelfeldspieler Chris geadelt nach seinen zuletzt in der Tat beeindruckenden Leistungen. Der Rücken macht dem Brasilianer weiter zu schaffen, die Verspannung strahle in den Oberschenkel aus, weshalb Skibbe „kein Risiko“ eingehen möchte.

Chris, der vor sieben Jahren einst auf seiner ersten Station in Deutschland für die Hamburger spielte, hatte sich vor zwei Wochen komplett durchchecken lassen vor seinem Operateur, der ihn vor zwei Jahren an den Bandscheiben operiert hatte. Es wurde nichts Gravierendes festgestellt.

Damit fallen den Frankfurtern zwei Korsettstangen aus, auch Alexander Meier steht wegen eines Muskelfaserrisses ja bis auf weiteres nicht zur Verfügung. „Das ist sehr schade“, sagt Skibbe, der auch noch um den Einsatz von Pirmin Schwegler bangt. Dem Schweizer ist im Pokal ein Gegenspieler in den Rücken gesprungen, er verspüre noch immer Schmerzen. „Es sieht nicht so gut aus“, sagte der Defensive nach dem Abschlusstraining. Er flog aber mit nach Hamburg.

Deshalb weiß Skibbe noch nicht so recht, wie er das Vakuum im defensiven Mittelfeld füllen soll. Mit Caio? Er sei „eine gute Option“, auch die erste? Skibbe ließ es offen. Bliebe Clark, der bislang keine Rolle spielte. Oder wird Skibbe einen der schon lange mit den Stollenschuhen scharrenden Reservisten bringen, Fenin, Korkmaz oder Steinhöfer?

Trotz dieser Personalsorgen will Skibbe nicht von seiner Linie abweichen. Mutig und engagiert will man nach vorne spielen, eher agieren als reagieren und den Paulianern einen echten Kampf liefern. Selbst wenn die Hessen die Strapazen des Pokalspiels in den Knochen spüren. „Englische Wochen sind wir nicht gewohnt.“

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