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Rückrundenstart Träumen erlaubt

Europa schwirrt durch die Köpfe der Eintracht-Spieler – und das ist auch gar nicht schlimm.

16.12.17: Eintracht Frankfurt - Schalke 04 2:2
Volltreffer: Sebastien Haller und Marius Wolf (rechts). Foto: Stefan Krieger

Nun wird es also wieder ernst für Eintracht Frankfurt und die übrigen Bundesligisten, die historisch kurze Weihnachtspause ist vorüber, die deutsche Premiumklasse öffnet ihre Pforten. Wer steht wo? Wer ist wie stark? Wer ist am besten für die zweite Saisonhälfte präpariert? Niko Kovac, der Eintracht-Trainer, zuckt mit den Achseln: „Es ist wie immer nach einer Pause: Wir beginnen alle bei Null, keiner weiß, wo er steht.“ Das wird sich am Samstag, so gegen 17.20 Uhr, geändert haben.

Die Hessen haben sich in 17 Vorrundenpartien und drei Pokalbegegnungen achtbar aus der Affäre gezogen: Im DFB-Pokal stehen sie erneut im Viertelfinale und haben mit dem Heimspiel gegen den Nachbarn FSV Mainz 05 einen lösbare Aufgabe zugelost bekommen. Und in der Beletage rangiert das Ensemble von Trainer Kovac auf Rang acht mit 26 Punkten. Elf Zähler vor dem ersten Abstiegsplatz (Hamburger SV) und nur zwei hinter Position drei (Borussia Dortmund), die zur Teilnahme an der Champions League berichtigt. So vermessen sind sie im Frankfurter Lager nicht, die Königsklasse ist kein Thema im Stadtwald.

Schielen auf Europa

Bei der Europa League sieht das anders aus, sie ist zwar nicht als großes Ziel ausgerufen worden, doch insgeheim schielen zumindest die Profis in diese Richtung. „Das ist der Wunsch von jedem Spieler, ist doch klar“, sagt Senkrechtstarter Marius Wolf. Platz sieben würde unter bestimmten Konstellationen, wie im Vorjahr, fürs internationale Geschäft reichen.

Die Verantwortlichen sind zwar weitaus defensiver, das ist auch verständlich und nachvollziehbar. „Vom Erzählen“, sagt Coach Kovac, „hat noch keiner etwas erreicht.“ Sie lassen die Träume aber zu, bremsen die Spieler nicht – warum sollten sie auch? Eigenmotivation, Ambitionen und das Streben nach dem maximalen Erfolg sollten für einen Sportler selbstverständlich und eher leistungsfördernd denn -hemmend sein. Und das Szenario des größeren Drucks und der geschürten Erwartungshaltung, die dann womöglich enttäuscht werden könnte – geschenkt. Niemand in Frankfurt würde eine Europapokalteilnahme als Pflicht ansehen oder das internationale Geschäft fordern. Da sind die Menschen am Main in Jahrzehnte des Mittelmaßes demütig und realistisch geworden. Zudem: Vor einem Jahr sprach niemand offiziell von Europa – der Einbruch kam dennoch in nicht geahnter Härte und Unbarmherzigkeit.

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