Lade Inhalte...

Rückrundenauftakt Eintracht bangt um ihre Säulen

Die Frankfurter Eintracht sieht sich trotz personeller Probleme für den Rückrundenstart gerüstet.

Bruno Hübner
Der Rückrundenauftakt kann kommen: Sportdirektor Bruno Hübner. Foto: Christian Klein

Einen Tag Auszeit hat er sich nur genommen, der Frankfurter Trainer. Am Donnerstag stand Niko Kovac wieder auf dem Rasen, nach Magen-Darm-Problemen zwar noch nicht ganz auf dem Damm, aber wenigstens war der Chef zurück. Auf dem Kopf trug der Fußballlehrer, anders als seine Co-Trainer Robert Kovac und Armin Reutershahn, statt einer schwarzen eine rote Pudelmütze. Rot wie beim FC Bayern, wie der eine oder andere Spaßvogel keck meinte?

Es wird ja von außen gerne geunkt, der FC Bayern habe die Angel nach dem recht erfolgreichen Frankfurter Trainer ausgeworfen, trotz eines noch bis 2019 laufenden Vertrags. Kovac dementierte das zwar, aber das Geraune geht weiter. Zuletzt wurde kolportiert, Eintracht Frankfurt habe im Trainingscamp in Spanien mit dem Coach Vertragsgespräche geführt, auch von einer Ausstiegsklausel für die Bayern sei die Rede gewesen. „Das stimmt nicht“, sagte jetzt Sportdirektor Bruno Hübner am Rande der gestrigen Trainingseinheit. „Es gab keine Vertragsgespräche mit Kovac.“ Zwar habe Kovac-Berater Alen Augustincic mal vorbeigeschaut, aber das tue er regelmäßig, auch in Abu Dhabi im vergangenen Winter war der Berater kurzzeitig anwesend. „Das ist nichts Ungewöhnliches.“ Dass die Eintracht andererseits Interesse habe, weiterhin und auch über 2019 hinaus mit dem 46-Jährigen zusammenarbeiten, ist auch klar.

Deutlich drängender sind vor dem Rückrundenstart am Samstag die aktuellen Probleme der Eintracht. Denn vieles deutet darauf hin, dass Kapitän David Abraham für die Partie gegen den SC Freiburg nicht zur Verfügung steht. Der 31 Jahre alte Stopper fehlte auch am Donnerstag, noch immer lässt seine Wadenblessur ein geregeltes Training nicht zu, allenfalls individuell auf dem Ergometer kann sich der Argentinier, eine Säule der Eintracht, betätigen. Eine wettkampfgerechte Vorbereitung ist das natürlich nicht.

Bei Abraham könnte es eng werden

Die Verletzung hatte sich Abraham im vorletzten Hinrundenspiel in Hamburg zugezogen, am 12. Dezember. Einen kompletten Monat hat er nicht gegen den Ball getreten. Die Verletzung hat sich als deutlich komplizierter herausgestellt als gedacht. Und doch hat der ewige Optimist Hübner die Hoffnung nicht ganz aufgegeben. „David kommt über den Willen“, sagt er. Er räumt aber realistisch ein, dass es „eng“ werden könnte bis Samstag. Am Freitag soll ein abschließender Test Klarheit bringen.

Ein Ausfall wäre für die stabile Frankfurter Hintermannschaft sicherlich eine Schwächung, selbst wenn Makoto Hasebe für Abraham einspringen kann. Wenn der Japaner an seine alte Form anknüpfen könne, „ist er ein absoluter Leistungsträger“, sagt Hübner. Zudem „tut er unserem Spiel stilistisch gut“. Doch die Schnelligkeit von Abraham, dem kaum ein Bundesligaspieler wegläuft, wird fehlen.

Schließlich ist der Eintracht noch ein weiterer Mann aus dem Abwehrverbund weggebrochen: Simon Falette ist wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt. Damit stehen Kovac zwei von drei Stammkräften der Abwehrkette nicht zur Verfügung. Marco Russ wird Falette ersetzen, er habe sich zuletzt „stabilisiert“, sagt Hübner, und etwa in Heidenheim im Pokalspiel gut agiert. Ohnehin wird Kovac in den nächsten Spielen wegen Sperren auf wichtige Spieler verzichten müssen, gleich vier Profis drohen nach vier Verwarnungskarten Pausen: Ante Rebic, Kevin-Prince Boateng, Mijat Gacinovic und Gelson Fernandes, Jetro Willems und David Abraham sind mit drei Karten belastet.

Modejevic trainiert nicht mehr mit dem Team

Weiterhin steht hinter dem Einsatz von Leistungsträger Rebic ein dickes Fragezeichen. Der Angreifer ist erkältet, trainierte auch gestern nicht mit der Mannschaft. „Aber die Hoffnung ist da“, sagt Hübner, der das Team auf einem guten Weg sieht: „Wir haben alles für eine gute Rückrunde getan.“ Zunächst wolle der Klub die nötigen Punkte für den Klassenerhalt holen, das stehe über allem. Und dann „arbeiten wir an unserer Heimbilanz“. Die ist nicht so toll, nur zwei Siege haben die Frankfurter in der Hinrunde im eigenen Stadion errungen. Dass Freiburg auswärts nicht gerade Bäume ausreißt und lediglich fünf Zähler geholt hat (und dabei 25 Gegentreffer kassiert hat, so viele wie kein anderer Klub), ficht Hübner nicht an. „Freiburg ist schwer zu bespielen. Trainer Christian Streich lässt sich immer was einfallen.“

Derweil ist mit dem aussortierten Slobodan Medojevic vereinbart worden, dass er individuell (und nicht mehr mit der Mannschaft) trainieren werde, „bis seine persönliche Situation geklärt“ sei. Dem Mittelfeldspieler lägen Anfragen vor, die er prüfe. Ansonsten geht es aus Frankfurter Sicht auf dem Transfermarkt ruhig zu, Interessenten etwa für Max Besuschkow oder Yanni Rergäsel gebe es nicht. Hübner: „Viele Klubs warten die ersten beide Spiele ab, dann ist die Not groß und es kommt Bewegung rein.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum