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Renat Dadashov Ein Talent klopft an

Der nicht immer pflegeleichte Stürmer Renat Dadashov will sich bei den Eintracht-Profis beweisen.

Fussball Hessenpokalfinale U19, SV Darmstadt 98 - Eintracht Frankfurt
Hochveranlagter Jungprofi: Renat Dadashov. Foto: Huebner

Bis sich Renat Dadashov am kommenden Mittwoch mit klopfendem Herzen zum ersten Mal bei den Profis von Eintracht Frankfurt vorstellt, hat er noch ein paar Dinge zu regeln. Zum Beispiel eine eigene Wohnung finden. Das ist nicht so einfach in Frankfurt, aber aus dem Fußball-Internat im Riederwald, wo er bislang ein Zimmer bezog, muss der 18-Jährige jetzt ausziehen. „Es wird ihm gut tun, auf eigenen Füßen zu stehen“, sagt Alexander Schur.

Alexander Schur, der Ex-Profi, war bis Mai sein Trainer bei der U19. Er kennt Renat Dadashov, der einen Profivertrag bis 2020 unterschrieben hat, gut, und Schur sagt, er habe „das Potenzial, sich bei den Profis durchzusetzen“. Dadashov sei ein „typischer Stoßstürmer“, torgefährlich, kopfballstark, gut am Ball. Er könne vorne, selbst unter Bedrängnis, den Ball festmachen, er sei zielstrebig und „eiskalt vor dem Tor“. Er sei Knipser und Vorbereiter in einer Person, im letzten halben Jahr bei den Eintracht-A-Junioren hat Dadashov in zehn Spielen sieben Tore erzielt und drei vorbereitet.

Gerade im entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt gegen den 1. FC Kaiserslautern sei er es gewesen, der nach einem 0:2-Rückstand mit Einzelleistungen das Spiel gedreht und die Eintracht zu einem 5:3-Sieg geführt habe. Dazu, sagt Schur, „ist er einer, der die Mannschaft mitreißen kann.“ Der in Rüdesheim geborene Dadashov, der aserbaidschanische Wurzeln hat und sich auch dazu entschlossen hat, trotz Einsätzen in der deutschen U16 und U17 für Aserbaidschan zu spielen, gehört bundesweit zu den besten Stürmern seines Jahrgangs.

Dadashov, dessen älterer Bruder Rufat in der Regionalliga spielt, kam 2013 vom SV Wegen zu Eintracht und gewann im folgenden Jahr mit der U15 die süddeutsche Meisterschaft. Dann wechselte der Hochbegabte unter einigem Wirbel zu RB Leipzig. Leipzig soll dem damals 15-Jährigen viel Geld geboten haben, er selbst sagt, er habe wegen der besseren Trainingsbedingungen den Klub gewechselt. Jedenfalls spielte er zwei Jahre bei RB, überwarf sich aber mit Sportkoordinator Achim Beierlorzer. Der Teenager soll Probleme mit der Disziplin gehabt haben, sich unprofessionell verhalten und nicht immer auf eine gesunde Ernährung geachtet haben.

Seit diesem Winter stürmt er wieder bei   der Eintracht, und seitdem, sagt Schur, habe sich „Renat top entwickelt.“ Er sei erwachsener geworden, reifer; auch innerhalb der Mannschaft sei er anerkannt. Klar, es habe anfangs intern den einen oder anderen Reibungspunkt gegeben, aber „er hat seine Grenzen aufgezeigt bekommen“, seitdem klappt es. „Ich glaube, er hat es kapiert. Er hat einen Schritt nach vorne getan“, findet Schur, der in elf Jahren selbst 237 Mal für die Eintracht gespielt hat.

Der Sprung zu den Profis wird für den 1,86 Meter großen Angreifer kein leichter sein. „Er muss sich unterordnen.“ In der A-Jugend gehörte er zu den Leistungsträgern, bei den Profis muss er sich neu beweisen und ganz unten anfangen. Auch das, findet Schur, kann seiner Persönlichkeitsentwicklung nur gut tun. Und von den Profis, gerade von Alex Meier, der ähnlich spielt wie er, könne er sich eine Menge abgucken.

Das hat Renat Dadashov längst verinnerlicht. Ohnehin, so sagte er einmal in einem Interview, habe er große Vorbilder. Er orientiere sich an Zlatan Ibrahimovic und Karim Benzema.

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