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Ralf Falkenmayer Immer Adler

Er war in den achtziger und neunziger Jahren der ruhende Pol im defensiven Mittelfeld der Frankfurter Eintracht: Ralf Falkenmayer.

30.04.2010 00:04
Dominik Hechler

Er war in den achtziger und neunziger Jahren der ruhende Pol im defensiven Mittelfeld der Frankfurter Eintracht, Ralf Falkenmayer, der Mann mit dieser unverwechselbaren Lockenpracht, bienenfleißig, nie spektakulär, aber mit großer Spielintelligenz, technisch stark, enorm wertvoll. Auch abseits des Rasens war der heute 47-Jährige wahrlich kein Lautsprecher, sondern eher ein Leisetreter. "Falke", wie er gerufen wurde, überzeugte lieber durch gute Leistungen auf dem Rasen, als mit großen Worten in der Öffentlichkeit.

Der Mann, der die Haare heute kurz trägt, trägt den Adler auch heute noch im Herzen. "Einmal Adler, immer Adler. Ich bin und bleibe einfach ein Frankfurter Bub", sagt Falkenmayer, der 16 Jahre und 337 Partien lang die Knochen für die Hessen hingehalten hat. Er wurde in dieser Zeit sogar deutscher Nationalspieler. Insgesamt vier A-Länderspiele und 16 Einsätze bei der U21-Mannschaft kann er für sich verbuchen.

Im Jahre 1984 gehörte er sogar zum deutschen Kader bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich. Das ist wahrlich keine schlechte Bilanz. Doch so ganz zufrieden ist Falkenmayer mit seiner aktiven Zeit nicht. "Leider war ich immer sehr verletzungsanfällig, weshalb ich es in meiner Karriere nur auf insgesamt 385 Bundesligaspiele gebracht habe", erklärt der 47-Jährige.

Aber trotz dieser vielen Blessuren ist Falkenmayer immer wieder aufgestanden. Doch einmal musste auch er im wahrsten Sinne des Wortes liegen bleiben. Es war im März 1997, als der Mittelfeldspieler damals im Trikot des Regionalligisten Eintracht Trier so böse am Knöchel gefoult wurde, dass er nie mehr auf den Rasen zurückkehren konnte. "Ich habe in dieser Zeit wirklich alles versucht, um wieder kicken zu können. Aber es ging einfach nicht mehr", erzählt er.

Es sei für ihn und vor allem seine Familie eine sehr schwere Zeit gewesen, weil Falkenmayer damals nach eigener Aussage völlig deprimiert und zeitweise unerträglich gewesen war. "Der Fußball ist doch mein Leben gewesen. Es hat lange gedauert, bis ich das Ende der Karriere akzeptieren konnte", erinnert sich der gelernte Schwimmmeistergehilfe, der nach seinem Karriereende noch eine Ausbildung zum Automobilkaufmann erfolgreich abgeschlossen hat.

Und selbstverständlich ist er, wie könnte es auch anders sein, dem Leder bis heute treu geblieben. Neben seinem Job bei einem Großhandel für Parkett und Laminat in Darmstadt, wo der Ex-Profi im Lager tätig ist, trainiert Falkenmayer seit nunmehr sieben Jahren den Frankfurter Kreisoberligisten SV Niederursel. Das ist der Verein, in dem auch seine aktive Karriere vor gut dreißig Jahren begonnen hatte.

"Es macht mir großen Spaß mit den Jungs zu arbeiten", so der Inhaber der A-Lizenz, der durchaus mal überlegt hatte, auch seinen Fußballlehrer zu erwerben. "Aber dafür ist der Aufwand einfach zu groß. Ich kann es mir aufgrund des Berufs nicht leisten, sechs Monate nach Köln zu gehen", sagt Falkenmayer, der, wie er selbst sagt, auch gerne in irgendeiner Position bei der Eintracht arbeiten würde. "Aber ich glaube, die haben derzeit keinen Job für mich." Da müsste man doch glatt mal bei Heribert Bruchhagen nachfragen.

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