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Niko Kovac Kovac heuchelt Normalität

Vor und nach dem 1:4 bei Bayer Leverkusen drehte sich alles um Eintracht Frankfurts Trainer Niko Kovac. Der künftige Bayern-Coach war sichtlich genervt.

14.04.2018 19:45
Bayer Leverkusen - Eintracht Frankfurt
Bald-Bayern-Trainer Niko Kovac. Foto: Federico Gambarini (dpa)

Mit hochrotem Kopf und sichtlich genervt wehrte Niko Kovac alle Nachfragen zu den Umständen seines anstehenden Wechsels von Eintracht Frankfurt zu Bayern München ab. Er heuchelte Normalität. Sportvorstand Fredi Bobic versuchte, das brisante Trainerthema nach der 1:4-Pleite der Hessen im Duell der Pokal-Halbfinalisten und Champions-League-Anwärter bei Bayer Leverkusen kleinzureden. Und doch war zu spüren, dass es bei den Hessen nach dem Knall vom Freitag an allen Ecken und Enden knistert.

„Zwischen mir und Niko ist auf jeden Fall alles okay. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis, es ist dadurch jetzt vielleicht ein bisschen getrübt“, sagte Bobic bei Sky. „Wir waren auch in mancher Personalie nicht immer einer Meinung, aber das passiert hinter verschlossenen Türen. Wir sind sehr lange gesessen und haben uns ausgetauscht, das gehört nicht in die Öffentlichkeit.“ Er war bemüht, die durchaus gefährliche Lage zu beruhigen.

Niemand glaubt Kovac

Hinter vorgehaltener Hand wurde allerdings schon gemunkelt, dass Kovac, der zur kommenden Saison bei den Bayern die Nachfolge von Jupp Heynckes antritt, womöglich noch vor dem Saisonende seine Koffer am Main packen muss. Denn die Eintracht-Verantwortlichen fühlen sich von ihrem Chefcoach an der Nase herumgeführt.


Niemand nimmt dem 46-Jährigen die am Freitag geäußerte Version ab, er habe erst am Tag zuvor eine Anfrage des Rekordmeisters erhalten und dann mehr oder weniger spontan zugesagt – was aufgrund seiner Ausstiegsklausel legitim war. „Mein Seelenleben ist in Ordnung, genauso gut wie immer. Und das wird auch morgen so sein. Es war überhaupt nicht schwierig, das auszublenden. Denn ich bin mit Herz und Seele dabei und ein absoluter Profi“, sagte Kovac mit Unschuldsmiene.

Auch Bobic wollte zunächst kein weiteres Öl ins Feuer gießen, nachdem er am Vortag noch die Bayern beschuldigt hatte, den Kovac-Wechsel bewusst in die Öffentlichkeit getragen zu haben. Dies wiederum bestritt Münchens Sportdirektor Hasan Salihamidzic am Samstag im Sky-Interview vehement: „Es kamen vonseiten der Bayern keine Informationen nach außen. Absolut nicht. Wir hatten überhaupt kein Interesse daran, die Information nach außen zu bringen.“

Bobic, der das Verhalten der Bayern-Verantwortlichen „sehr ärgerlich, unprofessionell und respektlos“ genannt hatte, blickte aber 24 Stunden später wieder nach vorne. „Wir müssen sicherlich eine schwierige Situation meistern. Das werden wir aber zusammen schaffen. Wir freuen uns, dass wir am Mittwoch auf Schalke zum zweiten Mal in Folge ein Halbfinale bestreiten und wollen wieder nach Berlin“, sagte der frühere Nationalspieler, der im Saisonendspurt um Schadenbegrenzung bemüht ist. Schließlich besteht die Gefahr, dass die Eintracht nach einer starken Saison am Ende mit leeren Händen dasteht.

Damit sie auch in der kommenden Saison im Konzert der Großen mitmischen kann, muss Bobic so schnell wie möglich einen geeigneten Nachfolger für Kovac finden. „Wir haben den einen oder anderem im Kopf“, sagte der Sportchef Bobic, der sich keine Namen entlocken ließ.

Angeblich ist der frühere Augsburger und Schalker Coach Markus Weinzierl der aussichtsreichste Kandidat. Zudem sollen RB Salzburgs Trainer Marco Rose und Kenan Kocak vom SV Sandhausen in der Verlosung sein. Am Rande des Spiels in Leverkusen wurden aber auch Hannes Wolf, David Wagner und Jens Keller gehandelt. (sid)

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