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Niko Kovac Einer für die Bayern?

Eintracht-Coach Niko Kovac hat Begehrlichkeiten geweckt – auch in München beobachten sie ihn.

Hertha BSC - Eintracht Frankfurt
Eintracht-Coach Niko Kovac gehört zu den umworbenen Fußballtrainern. Foto: dpa

Gleich zu Beginn der Woche ist der Münchner Sportdirektor Hasan Salihamidzic auf dem Boulevard angezählt worden. „Ist Salihamidzic mit dem Bayern-Job überfordert?“, fragte die „Bild“ in ihrer Headline. Nicht fein, aber irgendwie nachvollziehbar.

Brazzo, wie der Bosnier gerufen wird, hatte in einem Sky-Interview im Zusammenhang mit der scheinbar niemals endende Nachfolge-Debatte um Coach Jupp Heynckes gesagt: „Ende Januar, Anfang Februar werden wir schon etwas bekannt geben. Da müssen wir langsam schauen, wer Trainer wird.“ Das legte den Schluss nahe, dass längst klar ist, wer den am Saisonende scheidenden Heynckes beerben wird. Auf Nachfrage der „Bild“ ruderte er jedoch plötzlich zurück: „Dass wir uns da Gedanken machen, langsam zum Ziel kommen wollen, habe ich gemeint, nicht, dass wir was verkünden.“ Na dann.

Kovac immer mal wieder im Gespräch

Klar ist, dass der auf diesem Sektor unerfahrene Ex-Profi vor den Fernsehkameras nicht immer das beste Bild abgibt, oftmals verliert er sich in Sprechblasen, meistens antwortet er gar nicht auf die ihm gestellte Frage. Den Trainer-Zickzack-Kurs sollte man also nicht zu hoch hängen.

Die große Frage aber bleibt? Wer macht’s, wenn sich Don Jupp im Sommer wieder auf seinen Bauernhof verabschiedet? Die Namen sind bekannt: Thomas Tuchel, Julian Nagelsmann, Ralph Hasenhüttl und Domenico Tedesco werden gehandelt, sogar Liverpool-Coach Jürgen Klopp sowie Bundestrainer Joachim Löw. Und auch Niko Kovac wird immer wieder mal genannt.

Erstmals wurde Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner Anfang November damit konfrontiert. „Niko ist begehrt, das hat er sich durch gute Arbeit verdient“, sagte der Manager. „Aber er sieht seine Mission bei der Eintracht noch lange nicht als erfüllt an.“ Auch Sportvorstand Fredi Bobic ging im FR-Interview darauf ein: „Gestern Julian Nagelsmann, heute Niko Kovac, morgen Domenico Tedesco. So what? Niko hat richtig Spaß an dieser Aufgabe hier, wir wollen zusammen etwas entwickeln. Er sieht, dass hier etwas entsteht. Ich denke, er würde gerne länger in Frankfurt bleiben.“

So ähnlich äußerte sich der Sportchef jetzt in der „Berliner Morgenpost“: „Ich habe keine Sorge, dass Niko uns abgeworben wird. Mit dem Bayern-Trainer ist es doch so, dass jede Woche eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird. Ich glaube, am Ende wird es kein Trainer aus der Bundesliga werden. Um Bayern München zu trainieren, braucht man eine richtig große Nummer.“ Die ist Kovac noch nicht.

Der Umgarnte selbst blieb erwartungsgemäß cool. „Es werden bis Sommer noch viele, viele Namen in Erwägung gezogen, mit dem FC Bayern lassen sich die besten Schlagzeilen formulieren. Aber ich bin hier glücklich. Und ich denke, wir machen hier einen soliden Job“, hatte er kürzlich auf einer Pressekonferenz gesagt.

So weit, so gut. Oder eben nicht. Denn: Was ist wirklich dran an einer möglichen Rückkehr des einstigen Bayern-Profis (2001 - 2003) an die Isar? Völlig aus der Luft gegriffen sind die stetig aufploppenden Meldungen nicht, auch der FR wurde bereits zweimal zugetragen, dass der 46-Jährige zumindest in den Gedanken der Bayern-Bosse eine Rolle spielt, sein Name ist gefallen, er steht auf der Liste der Münchner. Ganz oben soll aber weiterhin Thomas Tuchel rangieren, der bereits nach der Entlassung von Carlo Ancelotti kontaktiert worden war. Damals kamen die Parteien aber aus verschiedenen Gründen nicht zusammen.

Doch kann Kovac Bayern?

Klar ist, dass er Begehrlichkeiten geweckt hat, nicht nur beim deutschen Renommierklub, in Leverkusen wurde er einst gehandelt, aktuell in Dortmund. Kovac kommt gut an, er wird auch überregional beachtet und geschätzt, er weiß sich bestens in Szene zu setzen. „Die Menschen identifizieren sich sehr mit der Haltung und dem Arbeitsethos des Trainers“, sagt Eintracht-Vorstand Axel Hellmann.

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