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Niko Kovac Der Unbeugsame

Niko Kovac feiert heute Jubiläum: Zwei Jahre Eintracht-Trainer und in dieser Zeit vom Abstiegskandidaten zum Anwärter auf die Champions League.

Niko Kovac
Hat auch im Erfolg das große Ganze im Blick: Eintracht-Trainer Niko Kovac. Foto: imago

Es ist noch nicht so lange her, da wagte Niko Kovac einen Blick auf die Usancen der überdrehten Branche. Es ging um die Rolle der Bundesligatrainer im Allgemeinen, die Hire-and-Fire-Mentalität und die fehlende Nachhaltigkeit. „Die Halbwertzeit hat sich reduziert“, dozierte der Fußballlehrer. „Das ist eine negative Entwicklung. Früher waren Trainer vier, fünf, sechs Jahre bei einem Klub, heute sind wir bei unter eineinhalb Jahren. Das ist der Preis, den wir zahlen müssen.“ Jeder, führte er aus, wolle immer schneller immer mehr. „Aber es ist normal, dass das nicht alle können. Es können nicht alle Meister werden und ins internationale Geschäft kommen, und es müssen zwei absteigen. Da fehlt mir der Realitätssinn. Aber okay, das ist part of the game. Bei der Vertragsunterschrift unterschreiben die Trainer auch ihre Abfindung.“

Von einer entsprechenden Bonuszahlung zum Abschied ist der 46-Jährige himmelweit entfernt, er leitet die Überraschungsmannschaft der Liga an, die von Eintracht Frankfurt, die viele vor der Saison genau dort erwartet hätten, wo sie jetzt steht    – aber nur, wenn man das Tableau auf den Kopf stellen würde. Die Hessen parken ungeniert auf Rang vier, einem Platz, der sie direkt in die Champions League führen würde. Verrückte Welt – und ein Verdienst des kosmopolitischen Kroaten aus Berlin-Wedding.

Vom Abstiegskandidaten zum CL-Anwärter

Niko Kovac selbst verfälscht, wenn man so will, die Statistik, er ist genau heute zwei Jahre in Frankfurt im Amt, nur der Dauerbrenner Christian Streich ist in Freiburg sehr viel länger dabei (seit 2011), Pal Dardai ein gutes Jahr (Februar 2015) in Berlin und Julian Nagelsmann einen Monat länger in Hoffenheim. Kovac, der Bundesliganovize von 2016, ist plötzlich ein altes Eisen in der Branche. „Das ist bedenklich“, sagt er selbst.

Kovac hat der Eintracht damals den Glauben zurückgegeben und sie in einem wahren Kraftakt in der Liga gehalten, er hat eine abgewirtschaftete Mannschaft wieder aufgepäppelt. Er hat sie dann, im vergangenen Jahr, in die Nähe der Europapokalplätze geführt, ehe er einen kolossalen Einbruch moderieren musste, was ihm nicht immer leicht fiel. Und er hat sie nun zu einem Champions-League-Anwärter geformt. Eine famose Leistung.

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