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Niederlage gegen Leipzig Eintracht Frankfurt lüftet die Maske zu spät

Eintracht Frankfurt verweigert in Leipzig zu lange das Fußballspielen. Am Ende bleibt ein fader Beigeschmack: Mit mehr Mut wäre mehr möglich gewesen.

Jonathan de Guzman
Bemüht, aber ohne Erfolg: Jonathan de Guzman (links) im Zweikampf mit dem Leipziger Torschützen Jean-Kevin Augustin. Foto: afp

Es hätte nicht viel gefehlt und die Frankfurter Verteidigungspolitik hätte in Leipzig noch zu einem unverhofften Erfolg geführt. Kurz vor Schluss klatschte ein feiner Kopfball des französischen Stoppers Simon Falette an den Pfosten, von dort prallte die Kugel an Schulter und Wade des Leipziger Torwarts Peter Gulacsi – und kullerte schließlich nicht ins Tor, sondern ins Seitenaus.

Es hat schon Situationen gegeben, da hatte der Torwart die Kugel auf diese Art und Weise ins eigene Netz bugsiert. Dieses Mal war RB Leipzig mit Fortuna im Bunde, wäre der Ball im Tor gelandet, wäre es das 2:2 gewesen, so unterlag Eintracht Frankfurt nicht gänzlich überraschend 1:2 (0:1). „Am Ende hätten wir ein Unentschieden verdient gehabt wegen des Kampfes“, fand Kevin-Prince Boateng und legte, deutlich offensiver als in den abgelaufenen 90 Minuten, gleich nach: „Wenn das Spiel fünf Minuten länger dauert, schaffen wir noch das 2:2 oder sogar das 3:2.“ Womöglich wäre das des Guten dann doch zu viel gewesen für Eintracht Frankfurt.

Ganz bestimmt hat es unverdientere Niederlagen gegeben, auch wenn die Eintracht im Nachgang der einen oder anderen Möglichkeit nachtrauerte. Und dann auch noch das Pech hatte, dass ein Treffer von Ante Rebic nicht anerkannt wurde, weil Assistent Robert Schröder einen (Eck-)Ball in der Luft im Aus wähnte. Es wäre das 1:1 gewesen. „Wenn der Linienrichter das so sieht, ist er ein Superheld. Dann hat er Superkräfte und muss in Hollywood mitspielen“, sagte Rechtsverteidiger Timothy Chandler sarkastisch.

Eintracht-Coach Kovac: „ Herangehensweise war nicht falsch“

Doch man muss den Hessen vorwerfen, erst viel zu spät überhaupt mit dem Fußballspielen angefangen zu haben. Im ersten Abschnitt agierten die Gäste komplett destruktiv, sie wollten überhaupt nicht am Spiel teilnehmen, rührten Beton an, beschränkten sich, den Ball einfach nur nach vorne zu schlagen. Das sah grausam aus, Leipzig hatte in den ersten 45 Minuten sage und schreibe 76 Prozent Ballbesitz, jeder dritte Frankfurter Pass landete direkt beim Gegner (Siehe auch Seiten S2 und S3). Nach vorne, räumte selbst Trainer Niko Kovac ein, „waren wir nicht präsent“.

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