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Nach der Niederlage Die Stehaufmännchen

Eintracht Frankfurt sollte sich von der bitteren Niederlage in Dortmund nicht aus der Bahn werfen lassen – Europa ist nach wie vor zum Greifen nahe.

Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt
Vier gewinnt, aber eben nicht immer: Makoto Hasebe, Marco Russ, Kevin-Prince Boateng und Danny da Costa (von links) stoppen den Dortmunder Maximilian Philipp. Foto: rtr

Eine weitere Erkenntnis: Marius Wolf ist auf dem Flügel sehr viel wertvoller als im Zentrum oder einer Halbposition. Da kann er seine Power und Dynamik besser ausspielen. „Wolfi ist technisch versiert, aber nicht derjenige, der einen auf dem Bierdeckel ausspielen kann, er braucht Platz für sein Spiel, den wir ihm schaffen müssen“, sagte Kovac. 

Die Eintracht spielt deutlich mehr Fußball, sucht Lösungen durch Passspiel und versucht, (wie vor dem 2:2) in den Rücken der Abwehr zu kommen. Das ist vielleicht ein Grund, weshalb sich die Heim- und Auswärtsbilanz so ein bisschen ins Gegenteil verkehrt hat. In der Vorrunde trumpften die Frankfurter in der Fremde auf, waren lange Zeit die zweitbeste Mannschaft auf des Gegners Platz – hatten aber zu Hause Probleme. Nun ist es genau umgekehrt. In der Rückrunde haben sie von ihren fünf Heimspielen vier gewonnen und insgesamt 13 Punkte geholt (zudem auch Mainz 05 im Pokal geschlagen), auswärts aber haben sie in 2018 nur ihr erstes Spiel gewonnen, 3:1 in Wolfsburg, anschließend setzte es drei Niederlagen. 

 

Auch ein Ausdruck dessen, dass es der Eintracht mittlerweile gelingt, eher minderbemittelte Gegner im heimischen Stadion auszuspielen – auswärts kommt sie indes bei aggressiven Kontrahenten nicht mehr so zum Zug, in Augsburg und in Stuttgart ließ sie sich den Schneid ablaufen, auch die erste halbe Stunde in Dortmund war schwach. Weil das letzte Tröpfchen Galligkeit fehlt? Die Balance zwischen Kampfkraft und Spielkunst – auch das schaffen nur die wirklichen Topteams. 

Generell kann man auch aus einer solchen bitteren Niederlage lernen, an ihr wachsen. Solche Erlebnisse können zusammenschweißen. Als Stehaufmännchen sind die Frankfurter sowieso bekannt, haben bisher nach jeder Niederlage einen Sieg folgen lassen. Und am Samstag? Da kommt der Lokalrivale Mainz 05 in den Stadtwald. 

Und doch bleibt die Frage, ob die Eintracht auf den letzten Metern Angst vor der eigenen Courage oder sogar das Gefühl haben könnte, etwas zu verlieren? Das sieht Kovac genau andersherum: „Wir können nur noch gewinnen“, findet er. „Alles was jetzt noch dazukommt, ist ein Bonus.“

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