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Nach der Niederlage Die Stehaufmännchen

Eintracht Frankfurt sollte sich von der bitteren Niederlage in Dortmund nicht aus der Bahn werfen lassen – Europa ist nach wie vor zum Greifen nahe.

Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt
Vier gewinnt, aber eben nicht immer: Makoto Hasebe, Marco Russ, Kevin-Prince Boateng und Danny da Costa (von links) stoppen den Dortmunder Maximilian Philipp. Foto: rtr

An der Spitze, hinter den in einer eigenen Liga spielenden Bayern, ist wirklich niemand in Sicht, der die Konkurrenten das Fürchten lehren könnte. Dass etwa der FC Schalke 04 mit seinem Rumpelfußball tatsächlich den zweiten Tabellenplatz hält, lässt tief blicken und zeigt, auf welch überschaubarem Level sich das Premiumprodukt Bundesliga eingependelt hat. 

Die Eintracht darf ihre europäischen Ambitionen aufrechterhalten, sie hat sich in diese Phalanx nicht hinein gemogelt, sondern sie hat es sich verdient. Die Hessen weisen nun einen Punktestand von 42 auf, schon drei Siege in den ausstehenden acht Spielen könnten für die Europa League reichen. Im Schnitt der vergangenen zehn Jahren genügten 52 Zähler für Rang sechs, in der vorherigen Saison reichten Hertha BSC 49. Für Platz vier, der erstmals die direkte Qualifikation für die Champions League bedeutet, müssen es im Schnitt 59 Punkte sein, in der letzten Spielzeit holte die TSG Hoffenheim 62 Zähler – 13 mehr als der 1. FC Köln als Fünfter. „Was wir mitnehmen können, das nehmen wir mit. Wenn es international wird, dann sehr gerne“, sagte Kovac. 

Wenn man unterstellt, dass Borussia Dortmund wahrscheinlich die insgesamt stärkste Mannschaft nach den Bayern stellt, dann ist die Leistung der Eintracht in der zweiten Hälfte nicht hoch genug zu bewerten. „Der BVB ist uns vielleicht nicht  Jahrzehnte voraus, aber doch einige Jahre“, befand Kovac. „Er hat sich individuelle Qualität zusammengekauft. Wenn man sieht, was die für individuelle Klasse haben, da würde jeder Trainer mit der Zunge schnalzen und sagen: wow, super.“ Seine Elf habe sich mit ihren „Mitteln tapfer geschlagen“ und eine „richtig, richtig gute zwei Halbzeit gespielt“. Die Frankfurter warfen all ihre Tugenden aufs Feld und noch ein bisschen mehr, sie beackerten den hochdekorierten BVB nicht nur, sondern erspielten sich ein weithin sichtbares Übergewicht. Es sind Kleinigkeiten, die auf diesem Niveau den Unterschied machen.

Der fußballerische Aspekt

Auffällig ist, dass die Frankfurter mittlerweile sehr viel Wert auf den fußballerischen Aspekt in ihrem Spiel legen. Kovac ärgerte sich auch deshalb so sehr über den seltsam uninspirierten Auftritt in der ersten Hälfte, weil „wir die Bälle da nur planlos nach vorne gehauen haben“ – das passt dem Fußballlehrer nicht mehr. 

Das Stilmittel, das die Hessen in der Hinrunde noch oft und bewusst einsetzten,  verfängt nun nicht mehr, das liegt nicht nur, aber auch an Zielstürmer Sebastien Haller, der völlig außer Tritt ist und die Bälle kaum noch festmachen kann. Das Spiel der Eintracht wurde noch mal einen Tick gefährlicher, als Luka Jovic für den unglücklichen Haller auf dem Feld war. Schon zuvor hatte Kovac korrigierend eingegriffen, den spielerisch guten und überraschend formstarken Jonathan de Guzman für den wild und wirr auftretenden Ante Rebic gebracht, zudem hatte er den fußballerisch überragenden Kevin-Prince Boateng als „schleichende Neun“ aufgeboten. Eine witzige Wortschöpfung – und ein gelungener Schachzug obendrein. 

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