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Mitgliederversammlung Eintracht Frankfurt Der Konflikt mit der AfD spitzt sich zu

Der Streit zwischen Eintracht Frankfurt und der AfD geht in die nächste Runde. Am Sonntag bei der Mitgliederversammlung will Eintracht-Präsident Peter Fischer sein Schweigen brechen.

26.01.2018 11:09
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Peter Fischer, Präsident der Eintracht, will sich am Sonntag wieder äußern. Foto: imago

Die Frage, mit der sich die Mitgliederversammlung von Eintracht Frankfurt am Sonntag beschäftigt, geht eigentlich weit über den Fußball hinaus. Wie umgehen mit einer rechtspopulistischen Partei, die zwar offen den Werten des Sports widersprechende Tendenzen zeigt, aber bei der Bundestagswahl zur drittstärksten Kraft gewählt wurde. Eintracht-Präsident Peter Fischer entschied sich für eine Antwort, die der AfD eine Flanke aufmachte.

"Es gibt für die braune Brut keinen Platz. Solange ich da bin, wird es keine Nazis bei Eintracht Frankfurt geben", hatte der 61-Jährige, der am Riederwald (ab 11.00 Uhr) mit hoher Wahrscheinlichkeit wiedergewählt werden wird, dem Hessischen Rundfunk gesagt. Die AfD nahm die Gelegenheit zur Empörung dankbar an.

Strafanzeige wegen Beleidigung

Neben einer Strafanzeige wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung gegen Fischer stellten die AfD-Landessprecher Klaus Herrmann und Robert Lambrou Anfang Januar Mitgliedsanträge bei der Eintracht. Laut AfD-Pressmitteilung vom Donnerstag bislang ohne Erfolg. "Was ist das für ein Demokratieverständnis?", fragte Lambrou.

Fischer will sich erst während seiner Rede wieder zu dem Konflikt äußern. Dass der langjährige Klub-Boss seine Meinung ändert, ist unwahrscheinlich. "Es verträgt sich nicht mit unserer Satzung, AfD zu wählen", hatte Fischer der FAZ gesagt, und: "Es kann niemand bei uns Mitglied sein, der diese Partei wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt."

Im selben Interview räumte er zwar ein, "nicht naiv und sich sicher" zu sein, dass es rein statistisch auch bei der Eintracht AfD-Mitglieder geben müsse. Den Vorwurf, in einem ähnlich populistischen Schwarz-Weiß-Denken gesprochen zu haben wie die AfD vor ihrem Wahlerfolg, muss sich Fischer aber gefallen lassen. Die Plattform, die der Partei dadurch geboten wurde, dürfte der Sache wenig dienlich gewesen sein.

"Man mag die AfD inhaltlich und aufgrund der Äußerungen einiger ihrer Mitglieder ablehnen und das Auftreten beklagen", sagte 1899 Hoffenheims Präsident Peter Hofmann der Frankfurter Rundschau: "Aber es ist eine Partei, die als Ergebnis demokratischer Wahlen im deutschen Bundestag sitzt. (...) Man muss sich mit dieser politischen Entwicklung im Land ernsthaft und differenziert auseinandersetzen.

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