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Mijat Gacinovic „Der beste Moment meiner Karriere“

Eintracht-Profi Mijat Gacinovic über sein legendäres Tor von Berlin, den Triumphzug durch Frankfurt und seine bittere Ausbootung vor der WM .

Mijat Gacinovic im Pokalfinale
Ein Tor für die Ewigkeit: Mijat Gacinovic läuft dem Münchner Mats Hummels weg und schiebt zum 3:1 ein – der Pokalsieg. Foto: rtr

Wann wird er denn fit?

Es geht ihm schon besser. Das ist wichtig. Er muss auf 100 Prozent kommen. Da ist es nicht so entscheidend, dass er jetzt gegen Dortmund spielt, sondern dass er aufgebaut wird und dann zu seiner Stärke findet. 

Er hat ja auch keine Vorbereitung absolviert.
Es war schwierig für ihn. Er hatte eine lange Saison mit uns, dann hat er die Weltmeisterschaft gespielt, auch oft über 120 Minuten, und dann war er noch angeschlagen, weil er einen Schlag auf den Fuß bekommen hatte gegen Argentinien. Und was glauben Sie, was danach in Kroatien los war. Er konnte da doch gar nicht auf die Straße gehen, die Leute sind ja förmlich durchgedreht. Das heißt, er hat auch gar keinen richtigen Urlaub gehabt. Das ist auch schwierig. Das darf man nicht unterschätzen. 

Wie wichtig sind Ihre Landsleute generell? Und haben Sie zu Slobodan Medojevic noch Kontakt, der ja jetzt unweit in Darmstadt spielt?
Ja klar, Medo wohnt noch in Frankfurt, wir treffen uns regelmäßig. Wir treffen uns oft alle zusammen. Wir Spieler vom Balkan sind halt oft zusammen, wir haben die gleiche Mentalität, führen ein ähnliches Leben. Da ist es, glaube ich, normal, dass man viel miteinander unternimmt. 

Wie würden Sie die aktuelle Eintracht-Mannschaft einschätzen? Viele Leistungsträger haben den Verein verlassen. 
Natürlich ist es nicht leicht, wenn du viele gute Spieler verlierst, dann kommt noch ein neuer Trainer dazu. Das muss sich erst mal einspielen. Und für den neuen Trainer ist es ebenfalls schwer, wenn so viel Qualität nicht mehr vorhanden ist. Aber wir haben auch gute neue Spieler geholt. Manche brauchen ein bisschen Zeit, andere haben direkt gespielt und gezeigt, dass sie Qualität haben. Ich denke, dass wir vor allem in der zweiten Halbzeit gegen Bremen gut gespielt haben. Dass am Ende mit zehn Mann die Kräfte nachlassen, ist normal. Deshalb sage ich ja, dass die Spieler, die schon länger da sind, Verantwortung übernehmen müssen, um den anderen zu zeigen, wie hier in der Bundesliga Fußball gespielt wird. Wir haben viele Spiele, auch in der Europa League, deshalb brauchen wir nicht nur elf Spieler, sondern auch die, die vielleicht mal auf der Bank oder der Tribüne sitzen. Alle müssen an sich und ihre Chance glauben. Wir müssen alle zusammenstehen, wie eine Familie. 

Da ist es ja auch gut, dass die Familie jetzt wieder zusammen ist und alle Profis wieder mit der Mannschaft trainieren dürfen – und nicht mehr separat. 
Klar, das ist gut. Sie sind Teil der Mannschaft, sie haben die gleiche Qualität wie jeder von uns, die meisten von ihnen haben schon in der Bundesliga gespielt, sogar in der Nationalmannschaft, sie haben Erfahrung. Sie können uns helfen. Nehmen Sie als Beispiel nur mal Simon Falette. Carlos Salcedo ist verletzt, jetzt könnte Simon einspringen. Er hat schon letzte Saison gezeigt, dass er in der Bundesliga spielen kann.
 
Wie stehen Sie den Spielen in der Europa League gegenüber. Der Auftakt in Marseille, ohne Fans, also ein Geisterspiel, ist ja denkbar ungünstig. Nicht nur für die Eintracht-Fans, sondern auch fürs Team. 
Ich mag das gar nicht ohne Zuschauer. Wenn da keine Fans sind, bekommt man gar nicht das Gefühl, dass es ein wichtiges Spiel ist. Ich weiß, dass in Marseille normalerweise eine super Atmosphäre herrscht. Und jetzt sind keine Zuschauer da. Das ist nicht so schön, das wird bestimmt etwas merkwürdig. 

Es könnte wie ein Freundschaftsspiel anmuten. 
Ja, das meine ich. Aber okay, so ist es nun mal. Wir fahren trotzdem dahin, um zu gewinnen. Aber zunächst geht es nach Dortmund, das ist erst einmal wichtiger. 

Interview: Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein

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