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Mijat Gacinovic „Der beste Moment meiner Karriere“

Eintracht-Profi Mijat Gacinovic über sein legendäres Tor von Berlin, den Triumphzug durch Frankfurt und seine bittere Ausbootung vor der WM .

Mijat Gacinovic im Pokalfinale
Ein Tor für die Ewigkeit: Mijat Gacinovic läuft dem Münchner Mats Hummels weg und schiebt zum 3:1 ein – der Pokalsieg. Foto: rtr

Sie haben ja auch sehr offensiv artikuliert, dass Sie mehr Verantwortung übernehmen wollen.
Das ist so. Wir haben viele neue Spieler, und ich finde, dass die, die schon länger da sind, den neuen Jungs helfen sollten, damit sie wissen und verstehen, worauf es ankommt. 

Trainer Adi Hütter sagte kürzlich, Sie seien dafür genau der richtige Mann, weil Sie selbst wüssten, wie schwer es am Anfang für neue Spieler, gerade aus dem Ausland, sein kann. 
Klar. Als ich nach Frankfurt kam, war ich zuvor länger krank und habe die Vorbereitung fast komplett verpasst. Ich war nicht fit, habe einfach Zeit gebraucht. Man muss ja auch sehen: neuer Trainer, neue Liga, neues Land, neue Sprache. Am Anfang war es schwierig für mich. 

Sie haben in Mainz dann das erste Mal gespielt, das war Ende November 2015, da war die Vorrunde schon fast vorüber. Aber Sie haben das gar nicht schlecht gemacht damals.
Man muss auf seine Chance warten, und dann muss man sofort alles geben und zeigen, dass man in der Bundesliga mithalten kann. Denn manchmal ist es so, dass man keine zweite Chance erhält. 

Sie haben in der Zwischenzeit körperlich zugelegt.
Das ist sicher, sehr viel sogar (lacht).

Lässt sich das in Kilogramm an Muskelmasse beziffern?
Ich weiß es nicht genau, aber ganz sicher mehr als fünf Kilo. 

Spüren Sie das auf dem Feld?
Natürlich. Von Saison zu Saison wird es besser. Ich bin einfach stärker geworden. Ich kann das Tempo jetzt schon lange mitgehen und durchhalten, und ich bin auch im Zweikampf sehr viel robuster geworden. 

Sie beziehen nun auch verbal deutlicher Position. Nach dem Pokal-Aus in Ulm etwa mahnten Sie an, dass es so nicht weitergehen könne und die Mannschaft sich zusammensetzen müsse. 
Wir haben ehrlich miteinander gesprochen, haben klar angesprochen, was auf dem Platz stimmt und was eben nicht stimmt. Es war nicht alles schlecht, aber doch viele Sachen, die negativ waren. Wir haben das in den zwei Bundesligaspielen danach dann abgestellt, sind anders aufgetreten – wie eine Mannschaft eben. Wir haben gekämpft bis zum Schluss, und dann kommt der Erfolg von alleine, dann belohnt man sich selbst irgendwann. 

War das eine Aussprache ohne den Trainer?
Nein, er war dabei. Alle gemeinsam. 

Sie sind ein selbstkritischer, reflektierender Spieler, Sie sagten in der abgelaufenen Runde, dass Sie sich viele Gedanken machen. Das ist prinzipiell eine gute Eigenschaft, im Fußball aber manchmal hinderlich. Haben Sie die Grübelei abgestellt? 
Grundsätzlich ist es so, dass ich sehr viel von mir erwarte. Zurzeit mache ich mir aber nicht viele Gedanken, ich will einfach konstanter sein. Momentan bin ich ganz zufrieden, wie es bei mir persönlich läuft. 

Wie läuft das jetzt mit Kevin Trapp, ist er der erhoffte Führungsspieler?
Er war schon mal hier, kennt hier alles. Er ist ein großer Name, es ist gut für uns, dass er da ist. Er ist ganz klar ein Leader, und wir brauchen auch Spieler mit hoher Qualität. Er ist ein guter Mensch, ein super Typ. Ich hatte schon vorher nur Gutes über ihn gehört, habe ihn auch schon vor einiger Zeit kennengelernt, weil er oft bei unseren Spielen in Frankfurt war. Einen Typ wie ihn brauchen wir – sportlich und menschlich. 

Wie ist es ohne Niko Kovac, alles ein bisschen lockerer?
Ja, ein bisschen lockerer schon. Aber wir arbeiten auch mit Adi Hütter sehr hart. Das Training war unter Kovac länger, dafür ist es jetzt kürzer und intensiver. Wir sind in den vergangenen beiden Spielen sehr viel gelaufen, sehr viel gesprintet. Das zeigen die Werte. Das heißt, dass wir topfit sind. Das müssen wir auch sein, denn vor uns liegt eine lange und harte Saison. 

Wie haben Sie die stetigen Wechselgerüchte im Sommer um Ihren Kumpel Ante Rebic verfolgt?
Ich denke, dass Ante, wenn er aus Deutschland oder Frankreich kommen würde, jetzt für 50 Millionen Euro gewechselt wäre. Aber er kommt nur aus dem kleinen Kroatien. Wenn ich sehe, was in England los ist. Da werden Spieler für diese Summe gekauft, die eine gute Saison gespielt haben. Ante hat eine super Saison gespielt, das Pokalfinale fast alleine entschieden und ist mit Kroatien Vizeweltmeister geworden – da war für mich eigentlich klar, dass er mit mindestens 30, 40 Millionen Euro gehandelt wird. So ist das momentan im Fußball. 

Umso erstaunlicher, dass er hier ist.
Ich bin froh, dass er hier ist. Er ist auch froh, hier zu sein, das kann ich Ihnen versichern. Wir brauchen ihn. Wenn er fit ist, ist er sehr, sehr wichtig. 

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