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Marc Stendera Schlawiner am Tiefpunkt

Marc Stendera steht am Scheideweg.

Marc Stendera Eintracht Frankfurt 08 08 2018 Eintracht Frankfurt Trainingsgruppe 2 Commerzbank
Marc Stendera, ausgebremst, steht am Scheideweg.. Foto: imago

Mitunter ändern sich die Zeiten schneller als einem lieb ist. Mal Marc Stendera fragen. Vor nicht allzu langer Zeit, nicht mal drei Jahren ist es her, galt die Nachwuchskraft aus dem eigenen Stall als der Hoffnungsträger schlechthin. Viele, sehr viele Fachleute prophezeiten ihm eine rosarote Zukunft, er schien an der Schwelle zu einer großen Karriere zu stehen. 

Im stillen Kämmerlein spekulierten einige hohe Herren in Frankfurt auf etliche Millionen, wenn sie Marc Stendera eines Tages verkaufen würden. Der Idealfall: Junge vom Riederwald, früh zum Profi erzogen, die Bundesliga im Sturm genommen, den Durchbruch geschafft – und dann für eine Menge Schotter zu einem Topklub verkauft. So weit die Theorie. Die Praxis, keine 36 Monate später, sieht Marc Stendera am Tiefpunkt seiner einst so verheißungsvollen Karriere.

Marc Stendera, 22 mittlerweile, das ist nicht mehr blutjung, aber immer noch jung genug, spielt bei Eintracht Frankfurt nicht mal mehr eine Nebenrolle, sondern gar keine Rolle mehr. Bei der Rückkehr auf die große internationale Bühne in Marseille stand das Eigengewächs nicht im Kader – wie immer eigentlich. Während die Kollegen in Südfrankreich um die ersten Europacuppunkte rangelten, trainierte Stendera daheim in Frankfurt mit einem Häuflein übriggebliebener Spieler. Bittere Realität. 

Das war mal ganz anders. Als Armin Veh damals, 2015, zur Eintracht zurückkam, was sich ja im Nachhinein nicht unbedingt als Glücksgriff entpuppt hat, und die Frankfurter Mannschaft einen sehr soliden Start in die Bundesliga hingelegt hatte, da war es Marc Stendera, der aus dem Ensemble herausstach. „Er ist ein außergewöhnlicher Spieler“, lobte Coach Veh, der vor allem dessen Bissigkeit schätzte. „Er kann nicht verlieren, er will immer gewinnen.“ 

Alter Hase

Stendera spiele mit 19 wie ein alter Hase, ausgebufft und schlitzohrig. „Der Junge ist ein Schlawiner“, sagte Veh. Stendera, der mit seinem Rauschebart seit jeher sehr viel älter aussieht als er eigentlich ist, hatte an Profil gewonnen, wirkte reifer, übernahm Verantwortung und redete auch nach den Spielen Tacheles. Da hatte sich einer in den Vordergrund geschoben – auf dem Platz und abseits dessen. 

„Wenn er noch mal zwei Jahre älter ist, führt er die Mannschaft hier an“, befand Armin Veh. Er lobte nicht nur das Spielverständnis und die klugen Pässe des Technikers, sondern auch seine Robustheit im Zweikampf. Der Youngster ging als Leader voran. Die FR schrieb damals: „Der bemerkenswert clevere Mittelfeldspieler hat in Frankfurt noch einen Vertrag bis 2017, die Eintracht würde gerne vorzeitig verlängern. Doch das wird nicht so leicht. Sein Marktwert ist gestiegen.“ Er lag damals bei rund acht Millionen, mittlerweile bei nur noch einem Viertel dessen.

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