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Makoto Hasebe Durchs Gitter gerutscht

Für Makoto Hasebe findet sich zurzeit kein Platz bei Eintracht Frankfurt - das ist erstaunlich .

Makoto Hasebe Eintracht Frankfurt 21 08 2018 Eintracht Frankfurt Training Commerzbank Arena D
Makoto Hasebe stand zuletzt nicht im Kader von Eintracht Frankfurt. Foto: imago

Makoto Hasebe gehört fast schon zum Inventar bei Eintracht Frankfurt, zumindest zählt der Japaner neben den Eigengewächsen Marc Stendera, Marco Russ und Timothy Chandler zu den Profis, die am längsten bei den Hessen Fußball spielen. Seit Sommer 2014 ist der mittlerweile 34-Jährige in Frankfurt im Einsatz, er ist ein loyaler, zuverlässiger Profi, vielseitig verwendbar, einer, auf den immer Verlass ist und der sich auch mit dem Klub identifiziert.

Zeit seiner Karriere war Hasebe stets vereinstreu, er hat fünf Jahre bei Urawa Red Diamonds gespielt, dann fünf Jahre beim VfL Wolfsburg. Vor der Eintracht, bei der er noch bis 2019 unter Vertrag steht, spielte er ein Jahr in Nürnberg, er wechselte nach dem Abstieg. Nicht ohne Grund soll der Mann nach dem Ende seiner Karriere bei den Hessen in verantwortungsvoller Position eingebunden werden, etwa als Verbindungsglied zum asiatischen Raum. Eine Aufgabe, die ihn, wie er selbst sagt, sehr reizt.

Hasebe ist kein klassischer Verteidiger

In diesen vier Jahren bei der Eintracht absolvierte der Familienvater 111 Spiele, er stand immer seinen Mann, es sei denn er war verletzt, krank oder gesperrt. In den vier Jahren saß er lediglich dreimal auf der Ersatzbank, in der Regel stand er in der Anfangsformation. Insofern war das, was am vergangenen Samstag passierte, schon ungewöhnlich: Ein fitter Hasebe hatte es nicht in den 18-Mann-Kader geschafft. Er habe „nicht drei Verteidiger auf die Bank setzen“ wollen, begründete Trainer Adi Hütter seine Entscheidung. Ein gelernter Verteidiger ist Hasebe eigentlich nicht.

Der Musterprofi übernimmt allerdings, wenn die Eintracht mit einer Dreierkette agiert, den mittleren Part des Verbunds, ist mithin der freie Mann, der Patzer ausbügelt und bei eigenem Ballbesitz das Spiel von hinten heraus ankurbelt. Das kann er gut, er ist strategisch ausgerichtet, versteht das Spiel, besitzt genügend Erfahrung. Vier Weltmeisterschaften hat er gespielt, dazu 114 Länderspiele für die japanische Nationalmannschaft absolviert, deren Kapitän er seit 2010 ununterbrochen war. Nach der WM in Russland ist er zurückgetreten.

Auch die Eintracht könnte einen wie Hasebe, der das erste Saisonspiel beim SC Freiburg wegen eines grippalen Infektes verpasste, eigentlich gut gebrauchen. Nur scheint der kluge Kopf, der vor Jahren ein vielfach aufgelegtes Buch geschrieben hat, vorerst irgendwie durch das Gitter gerutscht zu sein. Es gibt gerade keinen Platz für ihn. Trainer Hütter baut aktuell eher auf eine Viererkette, „sie gefällt mir mehr“. Ein klassischer Stopper ist Hasebe in der Tat nicht. Und im defensiven Mittelfeld baut der österreichische Coach derzeit eher auf Lucas Torro und den Dauerläufer Gelson Fernandes. Wo also kann Hasebe Verwendung finden? Ein Fußballer seiner Klasse täte dem nicht sehr kreativen Frankfurter Ensemble sicherlich gut.

Ohnehin muss sich Hütter in diesen Tagen den Kopf darüber zerbrechen, wie er die Ausfälle im Defensivbereich (Chandler, Salcedo, Willems) kompensieren kann. Gerade auf den Außen hat er jeweils nur eine seriöse Option (da Costa rechts, Tawatha links). In der zentralen Abwehrreihe stehen ihm lediglich noch drei Verteidiger (Abraham, Ndicka, Russ) zur Verfügung – wehe, einer von ihnen verletzt sich im Training oder kassiert im nächsten Punktspiel in Dortmund eine Gelb-Rote Karte. Dann wird es richtig eng.

Immerhin könnte der eigentlich ausgemusterte Linksfuß Simon Falette schneller wieder eine tragende Rolle spielen als die Sportliche Führung gedacht hat. Es wäre eine ganz spezielle Volte. 

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