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Limassol - Eintracht Frankfurt Der Sicherheitsgipfel

Weshalb die Europa-League-Partie der Eintracht auf Zypern eine nicht unerhebliche Bedeutung für das letzte Gruppenspiel in Rom hat, zu dem fast 20.000 Frankfurter reisen werden.

Eintracht Frankfurt
Auf Zypern werden 5000 Eintracht-Fans erwartet. Foto: imago

Nun hat der Fall eine neue Wendung genommen, zumindest in Frankfurt, denn in der vergangenen Woche haben sich sage und schreibe 17.000 Menschen um ein Ticket beworben – und das binnen 24 Stunden. Mit diesem gewaltigen Aufkommen hatten selbst die Eintracht-Funktionäre nicht gerechnet, zumal die Interessenten keine pro forma-Bewerbung abgeben konnten, sondern detaillierte Angaben zu ihrer Person machen mussten, also etwa ihre Ausweisnummer, die Form der Anreise und ihre Unterkunft hinterlegen mussten.

„Die Wucht von 17.000 Kartenanfragen allein an einem Tag ist gigantisch und zeigt, wie groß das Interesse der Eintracht-Fans an diesem Spiel ist“, sagte Hellmann. Weitere Bestellungen, teilte der Klub mit, werden nicht mehr angenommen. Klar ist aber nun, dass sich tatsächlich mindestens 15.000 Frankfurter auf den Weg in die Ewige Stadt machen werden, manche gehen sogar von 20.000 aus. Eine fast schon ungeheuerlich große Masse.

Die Eintracht hat angekündigt, noch einmal in Rom bei der Questura, der Polizeibehörde, vorzufühlen und sich für eine Erhöhung des Kartenkontingents einzusetzen. Das ist absolut nachvollziehbar und nur vernünftig. Denn wem ist gedient, wenn womöglich 15.000 Frankfurter keinen Einlass ins Stadion finden, aber dennoch in der Stadt weilen werden? Da ist Unmut zu erwarten, da sind Krawalle zu befürchten, zumal auch die Lazio-Anhänger berüchtigt sind. Der Klub hat schon seit langer Zeit Probleme mit rechtsextremistischen Fans, die Eintracht-Ultras sind politisch eher der Gegenseite zuzurechnen. Eine explosive Gemengelage.

Gerade vor diesem Hintergrund wäre es absolut ratsam, wenn die Questura ihre starre Haltung noch einmal überdenken würde. Der Sicherheitsgedanke sollte klar im Vordergrund stehen, und eine solch große Menschenmenge hält man in einem großen Stadion mit separierten Blöcken besser in Schach als in der weitläufigen Millionenstadt selbst. Hellmann sagte bereits unlängst, dass er es für sehr bedenklich hält, so viele Fans auszusperren. „So verlagert man das Problem in den öffentlichen Raum. Das ist ein Fehler und nicht zu Ende gedacht.“

Zumal das Olympiastadion Platz genug bietet und ohnehin so gut wie nie ausgelastet ist. Lazio hat einen Schnitt von rund 30.000 Besuchern, gegen Limassol kamen in der Europa League lediglich 11.000, gegen die Eintracht werden mit etwas mehr als 20.000 Zuschauern gerechnet. Auch die sportliche Relevanz ist, zumindest nach Lage der Dinge, überschaubar. Beide Teams haben gute Chancen, in die nächste Runde einzuziehen – und sich schon vor dem abschließenden Gruppenspiel qualifiziert zu haben

Das Ansinnen der Eintracht, das Ministerium erweichen zu wollen, ist gerade im Sinne der Deeskalation absolut verständlich. Daher hoffen die Verantwortlichen auf einen reibungslosen und gewaltfreien Ablauf auf Zypern. Axel Hellmann hatte ja schon vor knapp zehn Tagen Worte der Warnung an die Krawallmacher gesprochen: „Einer kleinen Gruppe von Gewalttätern gelingt es, Tausenden Eintracht-Anhängern die Möglichkeit zu nehmen, so ein Spiel zu sehen“, sagte er. „Ich kann nur denjenigen, die unsere Spiele für gewalttätige Auseinandersetzungen nutzen, zurufen: Ihr schadet der Eintracht und ihren Fans. Wir wollen nicht, dass unsere Fußball als Plattform dafür benutzt wird, über gegnerische Fans herzufallen.“ Ein Appell, der an Eindringlichkeit und Aktualität nichts verloren hat.

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