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Länderspielpause Rönnow pendelt, Abraham bereitet Sorgen

So manch ein Spieler von Eintracht Frankfurt ist weit gereist.

Eintracht Frankfurt
Ein Hauch von Quälix? Auch unter Trainer Hütter kommen Medizinbälle zum Einsatz. Foto: Jan Hübner

Vor dem freien Wochenende hatte der Frankfurter Trainer Adi Hütter ganz zum Schluss noch eine unliebsame Überraschung für die Profis parat. Nach der Trainingseinheit hatte er noch einige knackige Sprints angesetzt und sogar Medizinbälle zum Einsatz gebracht. Ein Hauch von Felix Magath, dem legendären Quälix, also im Stadtwald? Mitnichten, Hütter drückte den Profis eine Lightversion der bleischweren Gummibälle in die Hand, undenkbar bei Magath. Derweil mussten auch die drei verbliebenen Torhüter die ganz langen Wege beschreiten, Torwarttrainer Manfred „Moppes“ Petz kannte da genauso wenig Gnade.

Da war Frederik Rönnow schon längst in der Luft. Der dänische Nationaltorwart pendelt derzeit ja zwischen Kopenhagen und Frankfurt hin und her, am Sonntag war er zum ersten Mal hingeflogen, die Nationalmannschaft traf sich zur Vorbereitung auf das Testspiel gegen die Slowakei. Im Rahmen dieses Treffens hatten sich die dänischen Spieler aber nicht mit dem eigenen Verband über eine gerechte Verteilung von Sponsorengeldern einigen können und kurzerhand einen Streik beschlossen. Rönnow und Co. reisten wieder ab, der dänische Verband nominierte gezwungenermaßen eine Notelf, unter anderem mit Spielern, die ihre Stärken im Hallenfußball haben, die sehr ehrenvoll lediglich 0:3 gegen die Slowakei unterlag. 

Das war am Mittwochabend, und Rönnow schon wieder auf dem Weg retour nach Frankfurt. Am Donnerstag spielte der 26 Jahre alte Ersatztorwart im Allendorf gegen den FC Ederbergland bereits wieder eine Halbzeit im Tor, er behielt beim 5:0-Sieg gegen den Hessenligisten eine weiße Weste. Und fuhr am Freitagmorgen erneut zum Flughafen, Ziel: Kopenhagen. Die streitbaren Parteien hatten sich zwar weiterhin nicht geeignet, aber zumindest eine Unterbrechung des Streiks ausgehandelt, am Sonntag trifft Dänemark in Gruppe B des Nation Cups auf Wales - mit Frederik Rönnow auf der Ersatzbank. Am späten Montagabend sollte dann für die Nummer zwei die Vielfliegerei ein Ende haben.

Simon Fallette präsentiert sich engagiert und lautstark

Unterdessen zieht der weiterhin angeschlagene Ante Rebic einsam seine Runden. Der kroatische Vizeweltmeister hat ja, unabhängig von seinen Verletzungssorgen, noch jede Menge Konditionsrückstand aufzuholen. Während die Kollegen in den USA, Gais und Frankfurt schwitzten, hat er in Russland Fußball gespielt und war anschließend in Urlaub. Ihm fehlen körperlich noch die Grundvoraussetzungen, sie können noch gar nicht da sein. Insofern dürfte auch ein Einsatz bei Borussia Dortmund, selbst auf der Bank, illusorisch sein. Rebic, ohnehin ein Spieler, der von seiner enormen Physis und Kraft lebt, muss erst einmal körperlich auf dem entsprechenden Level sein. Das kann sich ziehen. 

Fit sind auf alle Fälle die Spieler aus der aufgelösten Trainingsgruppe zwei - mit Ausnahme von Nelson Mandela, der deswegen auch nicht bei den Profis trainiert. Erneut hat sich Trainer Hütter sehr lobend über Marco Fabian geäußert, der definitiv nicht noch nach Mexiko wechseln wird, sondern sich in Frankfurt durchsetzen will - zumindest „bis Winter“, wie Hütter sagte. Der Mexikaner könne „uns in der Bundesliga weiterhelfen“, für die Europa League wurde der 29-Jährige ja nicht gemeldet. „Er ist ein wichtiger Bestandteil von Eintracht Frankfurt.“

Gerade weil Hütter erst jetzt wieder die fehlende Kreativität seiner Mannschaft bemängelte, könnte Fabian noch einmal wertvoll werden. Auffällig war auch, wie engagiert und lautstark sich auch der ebenfalls aussortierte Simon Falette im Training präsentierte.

Ein bisschen Sorgen bereitet dagegen Kapitän David Abraham, der - ebenso wie Marco Russ (Achillesehnenprobleme) - erneut gestern nicht auf dem Platz üben konnte, sondern lediglich eingeschränkt individuell. Weiterhin plagen den 31-Jährigen zwei Pferdeküsse, die er sich im Training vor dem ersten Pokalspiel in Ulm zugezogen hatte. In Ulm hatte er erneut einen Schlag auf den Oberschenkel erhalten. Angesichts Frankfurter Defensivnöte sollte der Argentinier schnell fit werden – und seine Form finden. 

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