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Kommentar Wichtig fürs Oberstübchen

Auf dem Weg nach oben sind Rückschläge wie gegen Hertha und zuvor gegen Wolfsburg für einen Mittelklasseklub wie Eintracht Frankfurt normal. Allzu lange sollte die Schwächephase aber nicht andauern.

Adi Hütter
Eintracht-Trainer Adi Hütter. Foto: afp

Lange war es her, dass die Bundesligakicker von Eintracht Frankfurt zum letzten Mal zwei Pflichtspiele nacheinander verloren hatten. Im August dieses Jahres war es, da gingen die Hessen erst im Supercup gegen Bayern München 0:5 unter, um sich dann wenige Tage später bei der 1:2-Niederlage im Pokal gegen den Viertligisten SSV Ulm zu blamieren.

Knapp vier Monate später ist es wieder passiert, erst das 1:2 in der eigenen Arena gegen den VfL Wolfsburg und nun das 0:1 gegen die Hertha in Berlin. Beides waren ziemlich ärgerliche, weil vermeidbare Niederlagen. Denn die Gegner waren keineswegs besser, höchstens in den entscheidenden Situationen ein bisschen zielstrebiger.

Beides waren aber auch Niederlagen, die bei den Frankfurtern keine panischen Gefühlswallungen verursachen dürften. Warum auch? Das wäre schlicht übertrieben. Bei aller Begeisterung über die herausragenden Frankfurter Fußballfeuerwerke in dieser Saison sind solche Rückschläge für eine Mannschaft wie die Eintracht, ein Mittelklasseklub auf dem Weg nach oben, völlig normal. Sie müssen eingepreist werden in die Rechnung. Einerseits.

Andererseits ist es nicht so, dass die Schwächephase von allzu langer Dauer sein sollte. Was Serien, ob nun positiv oder negativ, ausmachen können, das müsste die Eintracht schließlich am besten wissen. 

Eintracht Frankfurt fehlt Leichtigkeit 

Danny da Costa, ein kluger Kopf, der sonst um fast keinen flapsigen Spruch verlegen ist, vermochte nach der Pleite von Berlin gar nicht so genau zu erklären, woran es denn gelegen hatte. „Ich glaube, es sind nicht viele Dinge, die wir großartig falsch machen“, sagte er. Die Schultern hängend, die Stimme leiser als sonst. Flitzte da Costa noch vor zehn Tagen in der Europa League gegen Marseille mühelos an seinen französischen Gegenspielern vorbei, rammten die Wolfsburger und Berliner Verteidiger dagegen riesige Stoppschilder für ihn in den Rasen. 

Da Costa ist nur ein Beispiel im Eintracht-Ensemble, aber er ist eben eines, das ziemlich gut zeigt, was so ein paar fehlende Prozentpunkte an Leichtigkeit bewirken können. Oder wie Sportvorstand Fredi Bobic es formulierte: „Das ist nur eine Kopfgeschichte“.

So unbedeutend das Spiel in der Europa League bei Lazio Rom am kommenden Donnerstag rein tabellarisch deshalb auch sein mag, das Weiterkommen ist schließlich längst besiegelt, so wichtig wird es für das Oberstübchen des kickenden Personals. Eine dritte Niederlage am Stück, sie wäre wenig förderlich für das ohnehin ein bisschen angekratzte Selbstvertrauen. Trainer Adi Hütter steht vor der diffizilen Aufgabe, abzuwägen zwischen Schonung seiner stark belasteten Profis und einer konkurrenzfähigen Truppe auf dem Rasen. Letzteres sollte Priorität haben. 

Schließlich stehen in den kommenden zwei Wochen bis Weihnachten noch drei Ligaspiele an, in denen die Hessen sich entweder in eine gute Ausgangslage für das Rennen um die Europapokalplätze manövrieren oder aber aus diesen herauspurzeln können. Als Gegner warten Leverkusen und der FC Bayern in der eigenen Arena, dazu Mainz auswärts. Nicht gerade Laufkundschaft. Selbstvertrauen wäre daher äußerst hilfreich.

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