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Kommentar Supercup Dem Nachwuchs einen Vertrag

1. UpdateUm am Sonntag gegen die Bayern im Supercup antreten zu dürfen, fehlte bei der Eintracht noch eine Kleinigkeit. Aber das Problem wurde elegant gelöst. Ein Kommentar.

08 08 2018 Frankfurt am Main Commerzbanarena 1 Bundesliga Saison 2018 2019 Eintracht Frankfurt
In der Frankfurter Arena sind die Vorbereitungen zum Supercup fast abgeschlossen. Foto: imago

Am kommenden Sonntag, das dürfte sich rumgesprochen haben, wird es ernst für Eintracht Frankfurt. In der heimischen Arena findet vor voller Hütte das erste Pflichtspiel der Saison statt. Sicher ein schöner Auftakt an einem zu erwartenden lauen Sommerabend, und dann noch gegen die großen Bayern, den deutschen Serienmeister. Um das Drehbuch perfekt zu machen mit Niko Kovac als Trainer, dem ehemaligen Frankfurter. Die Rückkehr des Pokalsiegers an seine alte Wirkungsstätte, nur ein paar Wochen nach dem Triumph von Berlin gegen seinen neuen Verein.

Dumm ist nur, dass bis „Stand gestern“, Eintracht Frankfurt die Voraussetzungen für eine Teilnahme an diesem Spiel nicht erfüllen konnte. Paragraph 5, Absatz 4 der Lizenzierungsordnung der DFL besagt nämlich: „Für die Erfüllung der personellen und administrativen Kriterien ist es erforderlich, dass der Bewerber sich verpflichtet, zu jedem Pflicht-Bundesspiel mindestens zwölf Lizenzspieler deutscher Staatsangehörigkeit unter Vertrag zu halten“.

Die Vorschriften sind zu erfüllen

Der Supercup ist eines dieser „Pflicht-Bundesspiele“. Aber „der Bewerber“, hier Eintracht Frankfurt, hatte ein kleines Problem. Bis gestern standen im offiziellen Kader mit Felix Wiedwald, Jan Zimmermann, Marco Russ, Noel Knothe, Deji Beyreuther, Danny da Costa, Sahverdi Cetin, Marc Stendera, Nicolai Müller und  Danny Blum nur zehn Akteure, die einen deutschen Pass haben. Das waren somit zwei zu wenig.

Was also tun, um bis zum Sonntag die Auflage der Deutschen Fußball Liga zu erfüllen?  Man bietet Nachwuchskickern aus der eigenen Jugend einen Profivertrag an. Eintracht Frankfurt hat folglich reagiert. Tobias Sirl und Patrice Kabuya werden Profis, wie der Verein jetzt mitteilt. Man habe die Förderverträge der beiden 18-Jährigen in Profiverträge umgewandelt. 

Somit ist  man den Buchstaben der Verordnung gerecht  geworden. Den eigentlichen Sinn der Vorschrift, nämlich jungen deutschen Spielern in Hinblick auf kommende Länderspieleinsätze bei den Profis eine Chance zu geben, den Nachwuchs nachhaltig zu fördern, mittel- bis langfristig der Nationalmannschaft gute Kicker zur Verfügung zu stellen, diesen Sinn erfüllt so etwas natürlich nur in seltenen Ausnahmefällen. Meist werden nämlich die so mit einem Vertrag beglückten Spieler nicht mal im Training bei den Profis anzutreffen sein – weil sie bei den Junioren dringend gebraucht werden und selbstverständlich auch in deren Pflichtspielen auflaufen.

Am Ende bläht diese Verordnung den Kader der Eintracht nur weiter auf, und niemand profitiert wirklich davon. Vielleicht sollte man deshalb bei der DFL (und auch bei der UEFA und FIFA, zu deren Wettbewerben ähnliche Vorgaben existieren) darüber nachdenken, ob so etwas eigentlich noch zeitgemäß ist. Denn ursprünglichen Zweck jedenfalls erfüllt die Vorschrift schon lange nicht mehr.  

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