Kommentar Eintracht Frankfurt Was geschieht mit Kovac?

Noch hat es die Eintracht selbst in der Hand, das Beste aus dem Wechsel von Trainer Kovac von Frankfurt nach München zu machen.

Bundesliga - Bayer Leverkusen v Eintracht Frankfurt
Wird Niko Kovac bis zum Ende der Saison bei der Eintracht bleiben? Fotograf: rtr

Natürlich ist die Frage, ob Niko Kovac bis Saisonende Trainer in Frankfurt bleiben darf, eine sehr berechtigte und somit keinesfalls respektlos, wie Vorstand Fredi Bobic glauben machen wollte. Niko Kovac ist ja nun eine lame duck, es ist klar, dass er in spätestens vier Wochen kein Trainer mehr in Frankfurt sein wird. So etwas verändert den Status, ob man will oder nicht. Ob es Auswirkungen auf das Binnenverhältnis hat, ist eine ganz andere Frage und hat entscheidend mit der Autorität desjenigen zu tun, der geht.

Und, wie immer, mit den Ergebnissen.

Wie also verhält sich Eintracht Frankfurt, wenn die nächsten beiden Spiele, im Pokal gegen Schalke, in der Liga zu Hause gegen Berlin, in den Sand gesetzt werden? Wenn die großen Ziele plötzlich in weite Ferne zu rücken drohen? Wenn das binnen einer Woche verspielt wird, was sich der Klub, gerade auch mit Hilfe von Kovac, in einer Saison aufgebaut hat? Wenn also, zugespitzt formuliert, der Architekt sein eigenes Bauwerk niederreißt?

In der Tat sind die nächsten beiden Spiele von größter Bedeutung für die nähere Zukunft des Klubs, das internationale Geschäft ist ja noch in greifbarer Nähe.

Nur: Was geschieht, wenn die Personalie Kovac doch stärker auf die Mannschaft abfärbt, als derzeit erzählt wird? Wenn bei der Eintracht Wert darauf gelegt wird, welche Temperatur das stille Trinkwasser hat und öffentliches Training die Konzentration aufs Wesentliche stört, dann beeinflusst selbstverständlich auch ein künftiger Trainerwechsel die Chemie innerhalb der Truppe.

Bobic wird sich Gedanken machen müssen, ob Kovac, der binnen weniger Stunden viel von seiner Glaubwürdigkeit eingebüßt hat, bei zwei weiteren Pleiten noch zu halten ist. Die Eintracht kann es sich nicht leisten, die Saison austrudeln zu lassen und widerstandslos die weiße Fahne zu hissen. Die Europa League, und sei es selbst Platz sieben, muss weiterhin der Anspruch bleiben.

Was nun?

Die Krux ist aber auch: Wer sollte Kovac auf die Schnelle nachfolgen? Schon der Trainer für die neue Saison? Soll es eine Übergangslösung sein? Marco Pezzaiuoli etwa, der in Frankfurt eigentlich die Verzahnung von Jugend- und Profifußball vorantreiben soll? Oder Armin Reutershahn, der Co-Trainer? Besonders sexy klingen diese Lösungen allesamt nicht. Die sportliche Lage in Frankfurt ist prekär geworden, selbst „wenn wir nicht gleich heulen müssen“, wie Bobic sagte.

Das Gute daran ist: Es ist Fußball, und viele Probleme lassen sich auf dem Rasen klären. Noch hat Eintracht Frankfurt alles in der eigenen Hand.

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