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Kommentar Eintracht Frankfurt Profil geschärft

Eintracht Frankfurt hat in jüngerer Vergangenheit viel richtig gemacht. Ein Kommentar.

Eintracht Frankfurt - RB Leipzig
Mit dem Werfen von Tennisbällen vor Beginn der zweiten Halbzeit haben die Frankfurter Fans Humor und Phantasie bewiesen. Foto: dpa

Die Protestaktionen der Frankfurter Fans gegen die ungeliebte Spielansetzung am Montagabend sind erfreulicherweise weitgehend im Rahmen geblieben. Die Anhänger haben auf friedliche Art sehr deutlich ihr Anliegen artikuliert, sie haben sich an Absprachen gehalten und mit dem Werfen von Tennisbällen vor Beginn der zweiten Halbzeit gar Humor und Phantasie bewiesen. Das ist auch deswegen erwähnenswert, weil Frankfurter Fans im Ruf stehen, nicht immer derart besonnen und vernünftig aufzutreten. Alle Beteiligten, die eine angenehme Gelassenheit an den Tag gelegt hatten, waren mit ihrer Deeskaltionsstrategie gut beraten.

Ohnehin hat Eintracht Frankfurt in jüngerer Vergangenheit viel richtig gemacht, hat viel getan, das eigene Profil zu schärfen und Rückgrat zu beweisen. In manchen Dingen hat der Frankfurter Bundesligist Maßstäbe gesetzt. Das fängt beim Präsidenten Peter Fischer an, der klare Kante gezeigt hat, als er eine Klub-Mitgliedschaft und ein Bekenntnis zur selbst ernannten Alternative für Deutschland ausschloss. Fischer hat Haltung bewiesen, auch im Gegenwind. Dieses forsche Statement war bis dato einmalig in der Liga, es verdient allemal Nachahmer.

Dazu passt das mutige Auftreten des Spielers Kevin-Prince Boateng, der sich dezidiert gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit öffentlich zu Wort gemeldet hat. Auch er ist einer, der kraft seiner Persönlichkeit, seines Charismas durchaus als Aushängeschild des Klubs herhalten kann. Und er ist genau der richtige Anführer einer aus (fast) aller Herren Länder zusammengestellten, multinationalen Truppe, die trotz aller individuellen Unterschiedlichkeit gerade dabei ist, in der Liga für Furore zu sorgen.

 

Denn das kommt ja noch dazu: Eintracht Frankfurt hat sich auch sportlich enorm weiterentwickelt. Es ist noch keine zwei Jahre her, da standen die Frankfurter mit einem Bein in der zweiten Liga. Jetzt wäre keine faustdicke Überraschung, wenn sie am Ende dieser Saison tatsächlich international spielen würden. Sogar die Champions League ist keine komplett utopische Vorstellung mehr.

Fredi Bobic und Axel Hellmann auf der strategischen, Niko Kovac auf der sportlichen Ebene, ist es gelungen, mit akribischer, hochprofessioneller Arbeit den lange schlafenden Riesen aufzuwecken. Wirtschaftlich ist der auf 50 000 Mitglieder angewachsene Verein pumperlgesund. Es steckt eine enorme Dynamik in diesem Klub, der Schritt für Schritt nach vorne marschiert. Und der Weg muss noch lange nicht das Ende sein. Mit Eintracht Frankfurt dürfte künftig zu rechnen sein.

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