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Kommentar Eintracht Frankfurt Ein kluger Schachzug

Die Rückkehr von Kevin Trapp nach Frankfurt ist für den Bundesligisten vom Main eine smarte Geschichte, für den Ballfänger im Übrigen ebenfalls. Ein Kommentar.

Kevin Trapp PSG FOOTBALL Paris Saint Germain vs Angers SCO Ligue 1 Paris 25 08 2018 Fed
Smarter Move von Kevin Trapp. Foto: imago

Pardauz! Da ist Eintracht Frankfurt, ein paar Stunden vor Schließung des sommerlichen Transferfensters, ein echter Coup gelungen. Die Rückkehr von Kevin Trapp nach Frankfurt ist für den Bundesligisten vom Main eine smarte Geschichte, für den Ballfänger im Übrigen ebenfalls. Es ist eine Win-win-Situation. Mit Kevin Trapp bekommen die Frankfurter einen sehr guten Torwart, einen verlässlichen Musterprofi sowie einen charakterstarken Typen. Er kann der Eintracht die Stabilität geben, die das nicht mehr ganz so zerbrechlich wirkende, aber doch noch fragile Gebilde benötigt.

Natürlich wird man abwarten müssen, ob der 28-Jährige stante pede auf dem erforderlichen Level wird agieren können, um der erwünschte Rückhalt zu sein. Schließlich hat er im vergangenen Jahr kaum Spielpraxis und Wettkampfhärte sammeln können, in der französischen Liga kam er auf lediglich vier Spiele, im Pokal immerhin auf zehn.

Und doch: Der Saarländer ist ein herausragender Torwart, der mittlerweile über die nötige Erfahrung verfügt und nicht aus Jux und Dollerei von Bundestrainer Joachim Löw als dritter Mann mit zur WM nach Russland genommen wurde. Das zeugt auch von seinem ausgleichenden Wesen und seiner hohen Sozialkompetenz.

In Paris spielte er beileibe nicht immer fehlerfrei, leistete sich manchen Wackler. Was man aber, zur besseren Einordnung, wissen muss: Trapp ist ein Mensch, der sich viele Gedanken macht, der sensibel und empfindsam ist, der dazu neigt, sich das Hirn zu zermartern und zu grübeln – gerade bei Fehlern. In Paris, beim omnipotenten Scheichklub, ist immer Druck auf dem Kessel, damit muss man klarkommen, daran sind schon ganz andere gescheitert.

In Frankfurt wird der Publikumsliebling in ein gewachsenes Umfeld kommen, „Trapper“ ist beliebt und anerkannt, hat in Frankfurt immer noch viele Freunde. Er war schon damals, gemeinsam mit Alex Meier, das Gesicht der Eintracht, ein Sympathieträger und eine Integrationsfigur. Auch deshalb ist die Verpflichtung klug, die Fans haben wieder einen, zu dem sie aufschauen, mit dem sie sich identifizieren können. Nach dem unfreiwilligen Abgang von Ikone Alex Meier herrschte auf dieser Ebene ein Vakuum.

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