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Kommentar Eintracht Frankfurt Das Image aufpoliert

Europapokal und Eintracht Frankfurt – das passt einfach. Die Begeisterung, die Freunde, an diesem Wettbewerb teilnehmen zu können, ist überall mit Händen zu greifen.

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Begeisterung pur: Eintracht-Fans gegen Apollon Limassol. Foto: AFP

Wenn es noch eines Beweises bedurfte hätte, dass Eintracht Frankfurt „Europa kann“, wie Vorstandsmitglied Axel Hellmann schon nach dem ersten erfolgreichen Gruppenspiel in Marseille sagte, dann hat es diese vierte Partie auf der Insel der Götter gezeigt. Der hessische Bundesligist hat die Hürde bei einem eigentlich schon ausgeschiedenen Kontrahenten zumindest 70 Minuten mit einer durchaus beeindruckenden Selbstverständlichkeit genommen. Von Anfang an war es ein hochseriöses Unterfangen: Die Eintracht wollte gleich den ersten Matchball verwandeln, und das hat sie getan. Aber diesen Beweis hätte der Klub gar nicht mehr liefern müssen.

Europapokal und Eintracht Frankfurt – das passt einfach. Die Begeisterung, die Freunde, an diesem Wettbewerb teilnehmen zu können, ist überall mit Händen zu greifen. Die Heimspiele waren schon ausverkauft, als noch gar nicht feststand, wer der Gegner sein würde. Und die Fans reisen ihrer Mannschaft allüberall nach in Europa, selbst wenn sie, wie in Marseille, gar nicht ins Stadion, ja nicht einmal in die Stadt gelassen wurden. Die schwierige und langwierige Reise auf die Insel im Mittelmeer traten jetzt etwa 4500 Fans an und machten aus dem Spiel in der Fremde kurzerhand ein Heimspiel. Und weil es weitgehend ruhig blieb auf Zypern, hoffen sie jetzt in Frankfurt, dass es womöglich doch noch zu einer großen Party in Rom beim sehr wahrscheinlichen Endspiel um den Gruppensieg gegen Lazio kommen kann. Der Klub will nochmals mit den italienischen Behörden das Gespräch suchen, um mehr als die bislang genehmigten 5800 Gästetickets zu bekommen – 17 000 wollen das Spiel in der Ewigen Stadt erleben. Ein Großteil wird so oder so vor Ort sein – und die hätten die Sicherheitsbehörden im 72 000 Besucher passenden Olympiastadion besser unter Kontrolle als vor dem Colosseum, dem Trevi-Brunnen oder in den Straßen der Hauptstadt.

Auch wirtschaftlich lukrativ

Die sehr gelungenen Auftritte auf internationaler Bühne haben das Image des Klubs gewaltig aufpoliert. Eintracht Frankfurt wird in Europa wahrgenommen, der Klub hat sich mittlerweile einen guten Ruf erarbeitet, das hat auch die Uefa mit einigem Wohlwollen registriert. Sicherlich noch nicht wegen der sportlichen Meriten, die errungen wurden, die sind überschaubar, da ist der Verein noch ein kleines Licht. Aber Eintracht Frankfurt genießt, ja zelebriert förmlich die Auftritte in Europa, sie sind Festtage – und das spüren auch die anderen. Weil die Hessen diesen Wettbewerb, andernorts nicht immer heiß geliebt, sehr ernst nehmen und nicht die B-Mannschaft ins Gefecht schicken. Und weil es ja auch finanziell lukrativ sein kann, möglichst weit zu kommen. 5,5 Millionen Euro hat die Europa League bislang eingebracht, eine Summe, die sich durch weitere Erfolge und einen möglichen Gruppensieg weiter erhöhen kann.

In mindestens vier weiteren Spielen kann die Eintracht dieses ganz besondere Europa-Flair noch genießen. Und danach muss es ja nicht zu Ende sein. 

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