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Kevin Trapp Kevin Trapp, der verhinderte Held

Die Rückkehr von Torwart Kevin Trapp fällt emotional, aber erfolglos und irgendwie unglücklich aus.

Eintracht Frankfurt - Werder Bremen
Langes Gesicht: Der Frankfurter Torwart Kevin Trapp. Foto: dpa

Eines hat sich der merklich gereifte Rückkehrer Kevin Trapp in Paris bewahrt. Der neue und alte Eintracht-Torwart spricht gerade einmal so laut, wie es sein muss, um ihn zu verstehen, ohne eine Hörhilfe in Anspruch nehmen zu müssen. Das führte in der Mixed Zone, wo Sportler auf Reporter treffen, am Samstag zu einigem Gedrängel und manch kuriosem Kopfrecker der Journalisten aus der dritten oder vierten Reihe. Nach dem viel beachteten Comeback, mehr als drei Jahre nach seinem Abgang gen Frankreich, scharten sich natürlich besonders viele professionelle Fragesteller um den 28-Jährigen, und der fasste seine Gemütslage im Flüsterton wie folgt zusammen: „So das Gegentor zu bekommen, in der letzten Sekunde – das ist bitter, enttäuschend und tut weh.“ Ganz fürchterlich gar. 

Kevin Trapp war zwiegespalten, zwei Seelen schlugen auch ins seiner Brust. Natürlich hatte er es genossen, wieder im Kasten seiner alten Liebe zu stehen. „Ich wollte unbedingt Frankfurt machen“, wiederholte er am Samstag noch mal sein Begrüßungsstatement vom Vortag. Die Fans haben ihn schon beim Warmmachen wärmstens empfangen, skandierten seinen Namen. Die Sympathiebekundungen gingen dem Nationalkeeper runter wie Öl. Kevin Trapp, aufgrund seines Pariser Reservistendaseins zumindest sportlich so ein bisschen aus dem Rampenlicht verschwunden, fühlte sich geschmeichelt, der verlorene Sohn kostete die Heimkehr in vollen Zügen aus. 

Die verdammte 96. Spielminute

Wenn nur diese verdammte 96. Minute nicht gewesen wäre, als der Ball nach einem Freistoß des Bremers Milot Rashica, perfekt geschlenzt, über die Mauer hinweg ins Netz und Kevin Trapp vergeblich hinterher flog. Ob er ihn hätte aus dem Eck kratzen können, wenn er vielleicht einen Schritt weiter in der Mitte gestanden hätte? Der Keeper kennt diese Spielchen, die sich um Schuld oder Teilschuld drehen. „Wenn er ins Torwarteck gegangen wäre, wäre es mein Fehler gewesen“, befand der Keeper geduldig und gab einen kleinen Einblick ins Torwartspiel. Man dürfe nicht zu viel Risiko gehen, die eigene Ecke nicht zu sehr entblößen. „Man darf nicht zu früh spekulieren.“ 

Was in diesem Fall eben zur Folge hatte, dass er einen halben Schritt oder den Bruchteil einer Sekunde zu spät kam. Der frühere Lauterer kann es nicht mehr ändern, zu gerne hätte er die Kugel irgendwie um den Pfosten gelenkt, er wäre aus dem Stand zum Held des Nachmittags geworden, so war er der verhinderte. 

Trapp wollte nicht nachkarten, aber so ganz einverstanden war er mit der Freistoßentscheidung von Schiedsrichter Sören Storks wenige Sekunden vor dem ultimativen Nackenschlag nicht. Der Referee habe eigentlich ein gutes Spiel gemacht, weil er nicht so kleinlich gepfiffen habe, doch ob er wirklich den Tritt von Gelson Fernandes an Milot Rashica habe ahnden müssen? „Das war unnötig zu pfeifen, das muss nicht sein.“ Da kann man freilich auch gegenteiliger Meinung sein. 

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