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Kaan Ayhan Ein neuer Anlauf fernab der Heimat

Verteidiger Kaan Ayhan nabelt sich nach 17 Jahren beim FC Schalke 04 ab - gezwungenermaßen. Der gebürtige Gelsenkirchener mit türkischem Pass will spielen und hofft in Frankfurt auf mehr Einsatzzeiten.

Gibt sich selbstbewusst: Leihgabe Kaan Ayhan. Foto: Jan Huebner

Kaan Ayhan werden Eintracht-Anhänger, die im September 2014 das Gastspiel der Frankfurter beim FC Schalke 04 vor Ort verfolgten, noch in Erinnerung haben. In keiner guten allerdings. Es war nämlich der Schalker Verteidiger, der in der ersten Halbzeit eine Flanke von links aus Sicht der hessischen Fans klar mit der Hand gespielt hatte. Doch der Elfmeterpfiff blieb aus. Das erzürnte deshalb so viele, weil ein paar Minuten später im Frankfurter Strafraum ein unbeabsichtigtes Handspiel von Slobodan Medojevic ganz anders geahndet wurde; nämlich mit Strafstoß und Gelb-Roter Karte für den Frankfurter. Die Hessen spielten seinerzeit 2:2 auf Schalke, nach einer 2:0-Führung.

Nun ist Kaan Ayhan zur Eintracht gewechselt, zumindest bis Sommer hat er sich ausleihen lassen,um endlich mehr Spielpraxis zu bekommen. Auf Schalke war der 21-Jährige offenbar an einem Punkt angekommen, an dem es nicht mehr weiterging. In der gesamten Hinserie kam er einmal in der Bundesliga zum Einsatz – für eine Minute. Das ist für den ehrgeizigen Innenverteidiger, der auch im defensiven Mittelfeld spielen kann, zu wenig. Natürlich ist ihm der Wechsel von blau zu rot schwer gefallen, sehr schwer sogar. Bald 17 Jahre war der in Gelsenkirchen geborene Deutsch-Türke auf Schalke, nun kam der Wechsel. Es ist sein erster Vereinswechsel, selbst in der Jugend hat er nur für die Knappen gespielt. Und dann, kaum ist die Tinte trocken unter dem neuen Vertrag, traf er am Frankfurter Flughafen die alten Kollegen wieder: Am Nachbarschalter wurden die Schalker abgefertigt, die ins Trainingslager nach Orlando flogen. „Das war schon witzig“, sagt Ayhan, er habe mit einem Wiedersehen viel später gerechnet.

Spiele, möglichst viele, „am liebsten alle 17“, will Ayhan bestreiten, der sich – nach Unstimmigkeiten mit dem DFB – für die türkische U21-Nationalmannschaft entschieden hat. Er spürte, dass er in seinem alten Umfeld nicht mehr weiterkam. Ob er es in Frankfurt packt? „Mein Anspruch ist: In Frankfurt zu spielen“, sagt er. Doch auch da ist die Konkurrenz groß, Carlos Zambrano, David Abraham, auch Marco Russ in Normalform sind schwer zu verdrängen.

In Abu Dhabi steht der junge Mann, dessen Onkel Saffet Kaya einst bei Galatasaray spielte, noch ein wenig im Schatten der beiden anderen prominenteren Neuzugänge Szabolcs Huszti und Marco Fabian. Und bislang hat er meist auch nur im B-Team gekickt. Aber Trainer Armin Veh hält große Stücke auf den ewigen Schalker, der zudem über einen guten, harten Schuss verfügt.

Vielleicht kommt seine Chancen schneller als gedacht: Kaan Ayhan kann auch rechter Verteidiger spielen – und da hat Eintracht Frankfurt Bedarf.

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