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Jetro Willems Willems brennen die Sicherungen durch

Der Eintracht-Verteidiger Jetro Willems erweist seiner Mannschaft einen Bärendienst. Große Probleme haben die Hessen auf der rechten Abwehrseite.

Eintracht Frankfurt - Werder Bremen, 1.FBL
Der Schlag des Anstoßes: Jetro Willems (rechts) greift Theodor Gebre Selassie tätlich an. Foto: pressehaus

Immerhin verfügt die Eintracht noch über einen nominellen und gelernten Linksverteidiger, Taleb Tawatha, auf der rechten Seite wäre das etwas anders. Da steht nur noch Danny da Costa zur Verfügung. 

Tawatha hat sich zumindest zu einer soliden Alternative entwickelt. Im Sommer galt der 26-Jährige als Verkaufskandidat, doch er habe sich bewusst dafür entschieden, in Frankfurt zu bleiben. Wäre Niko Kovac weiterhin der Entscheider auf der Bank, wäre das wohl anders gewesen. „Neuer Trainer, neue Chance“, sagte der Israeli nach der Begegnung am Samstag. 
Er sei glücklich, jetzt spielen zu dürfen, „ich fühle mich besser“, bekundete der Nationalverteidiger, der hofft, auch in Zukunft weiter in Frankfurt spielen zu können. „Das wünsche ich mir.“ Mit Vordermann Filip Kostic bildete er ein ordentlich harmonierendes Gespann, was auch an Kostic lag, der im zweiten Durchgang mächtig aufdrehte und zeigte, dass er durchaus Dampf in den Füßen hat. 

„Er ist stark und schnell, er wird uns helfen, er wird uns einige Punkte holen“, glaubt Tawatha, der den Serben auch deshalb lobte, weil dieser oft nach hinten gearbeitet hat. „Er hat mir viel geholfen, es ist gut, mit ihm zu spielen.“ 

Mbabu-Deal platzt spät

Links funktionierte die Zange zumindest in Abschnitt zwei ganz gut, rechts hingegen klemmt es. Danny da Costa, der von hinten anschiebt, ist schnell und dynamisch und fleißig ohne Ende, aber seine Zuspiele sind viel zu unpräzise. Rechtsaußen Nicolai Müller, direkt vor ihm, fand gar nicht statt und wurde folgerichtig „geopfert“, als Willems im doppelten Sinne rot sah. Eine Alternative gibt es weder für da Costa noch für Müller. Auf den offensiven Außen hat die Eintracht nach dem Ausfall von Ante Rebic und der irgendwie nur schwer zu greifenden und in letzter Konsequenz nicht wirklich nachvollziehbaren Leihe von Danny Blum keine Option mehr. Da könnte sich Trainer Hütter zumindest mit einer Systemumstellung behelfen. 

Aber hinten rechts? Nach dem langfristigen Ausfall von Timothy Chandler steht kein gelernter Außenverteidiger mehr im Kader, zur Not könnte vielleicht Carlos Salcedo einspringen, der aber jetzt dummerweise selbst verletzt ist. Früher, in Wolfsburg und unter Armin Veh in Frankfurt, hat auch Makoto Hasebe dort ausgeholfen – mit überschaubarem Erfolg. 

Es ist nicht so, das sich die Eintracht nicht um Ersatz bemüht hätte. Doch der angedachte Wechsel von Kevin Mbabu aus Bern scheiterte auf den letzten Drücker. Die Young Boys sollen 9,5 Millionen Euro verlangt haben, eine fürwahr astronomische Summe. Der Fußballlehrer aber jammert nicht. „Als Trainer hat man häufiger mal Wünsche“, sagte Hütter, „aber wir wissen, was möglich ist.“ Und was eben nicht.   

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