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Jetro Willems Willems brennen die Sicherungen durch

Der Eintracht-Verteidiger Jetro Willems erweist seiner Mannschaft einen Bärendienst. Große Probleme haben die Hessen auf der rechten Abwehrseite.

Eintracht Frankfurt - Werder Bremen, 1.FBL
Der Schlag des Anstoßes: Jetro Willems (rechts) greift Theodor Gebre Selassie tätlich an. Foto: pressehaus

In der Nachlese dieses unerhört turbulenten Bundesligaspiels hätte man den Frankfurter Fußballprofi Jetro Willems gerne gefragt, was ihm denn in dieser ominösen 32. Minute so alles durch den Kopf ging. Okay, das wird nicht viel gewesen sein, wie es bei Kurzschlussreaktionen nun mal so ist, trotzdem hätte eine Antwort ganz spannend sein können. Doch mittlerweile ist es in der Branche Usus, Spieler, um sie, wie es vordergründig heißt, zu schützen, ganz gewiss nicht vor die Mikrofone oder Kameras zu schicken, wenn sie in eine etwas heikle Szene verwickelt waren. Jetro Willems war in eine heikle Szene verwickelt. Ganz zweifellos. 

Der Niederländer im Frankfurter Dress ließ sich, aus heiterem Himmel sozusagen, zu einer Aktion hinreißen, die die Grenze zur Dämlichkeit hart streift. Nach einem leichten Rempler des Bremers Theodor Gebre Selassie brannten beim 24-Jährigen die Sicherungen durch, direkt vor der Bremer Ersatzbank und also auch vor den Augen des Vierten Offiziellen ließ sich Willems zu einer Unbeherrschtheit hinreißen, mit der rechten Hand schlug er seinem Widerpart von hinten ins Gesicht. Eine klare Tätlichkeit, ein klarer Platzverweis. „Eine reguläre Rote Karte“, wie Trainer Adi Hütter feststellte. Fortan spielte die Eintracht in Unterzahl, mehr als eine Stunde. Willems hat die Partie und deren Spielfilm maßgeblich beeinflusst, er hat, streng genommen, das Spiel entschieden und verloren. 

Nur Sportdirektor Bruno Hübner versuchte anfangs, den Sündenbock noch ein wenig in Schutz zu nehmen. „Das kann dir halt immer mal passieren, aber wenn das Spiel unterbrochen ist und alle Augen auf so eine Szene gerichtet sind, dann ist das total ärgerlich. Auch wenn er vorher den Ellenbogen gespürt hat, muss er sich besser beherrschen. Aber so schlimm war es nicht, das hat auch der Gegenspieler gesagt. Ich glaube, er wollte ihn gar nicht schlagen, er ist ein bisschen bei der Schulter abgerutscht und dann Richtung Gesicht.“ Das zumindest ist eine steile These. 

Taleb Tawatha ist eine solide Alternative

Alles in allem, das räumte aber der Manager ein, habe Willems der Mannschaft „mit dieser Aktion geschadet – das hat er auch in der Halbzeitpause schon gespürt“. Coach Hütter verurteilte den völlig sinnfreien Schlag. „Er darf sich nicht hinziehen lassen, er ist ja keine 18 oder 19 mehr, da hat er sich nicht professionell genug verhalten.“ Sehr wahrscheinlich wird der Linksverteidiger vom Verein mit einer Geldstrafe belegt. „Das klären wir intern“, sagte Hütter schmallippig. Klar ist, dass der Holländer vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sanktioniert wird, eine Sperre für drei Spiele steht im Raum. Das ist das normale Strafmaß bei einer Tätlichkeit. 

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