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Interview Sebastien Haller „Das macht süchtig“

Eintracht-Stürmer Sebastien Haller über seine große Leidenschaft auf dem Fußballplatz, seine spektakulären Treffer und weshalb ihm Starrummel fremd ist.

16.12.17: Eintracht Frankfurt - Schalke 04 2:2
Tore im Kopf: Sebastien Haller. Foto: Stefan Krieger

Sie schießen sehr spektakuläre Tore, mal mit einem Seitfallzieher, dann wieder mit der Hacke. Jetzt ist Ihr Treffer gegen Stuttgart sogar zum Tor des Jahres gewählt worden. Ist das Zufall oder liegt es in Ihren Genen?
Ich liebe es, spektakuläre Tore zu erzielen. Ich kann das auch nicht erklären, das ist ein Instinkt, ich plane es nicht. Manchmal, wenn ich die Szene danach im Fernsehen noch mal sehe, dann frage ich mich selbst: „Warum hast du das gemacht?“ (lacht). Manchmal lasse ich einfache Gelegenheiten aus, nur um danach dann den komplizierten reinzumachen. Ich weiß nicht genau, weshalb. Ich weiß, dass ich mich noch besser konzentrieren muss, um auch die vermeintlich leichteren Chancen zu verwerten.

Wie wichtig war Ihr erstes Bundesligator in Köln?
Das war schon wichtig. In den vorherigen Spielen lief es nicht so gut, ich hätte treffen müssen, aber es wollte nicht klappen. Ich war unzufrieden. Ich wusste, es muss etwas passieren, damit ich mal von mir behaupten konnte: „Ja, okay, das war ein gutes Spiel.“ Als Stürmer kannst du nicht sagen, du hast gut gespielt, wenn du nicht getroffen hast. Dann war es vielleicht okay, aber nicht gut. Es war auch wichtig für mein Selbstvertrauen. Wenn du als Stürmer nicht triffst, geht das Selbstvertrauen nach unten. Ich musste treffen, auch um mir selbst zu beweisen, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Das Tor in Köln war ein Elfmeter. Darauf sind Sie spezialisiert, vom Punkt sind Sie total cool. Wie kam es dazu?
Ich habe das damals trainiert, da war ich so 15 Jahre alt. Ich war für einige Spiele gesperrt, und die Weihnachtsferien lagen auch noch dazwischen. Ich habe also mehr als zwei Monate nicht gespielt, und dann habe ich sehr viel mit meinem damaligen Coach trainiert. Elfmeter waren auch darunter. Seitdem schieße ich die Elfer. Ich habe in meiner Profikarriere ungefähr 20 Elfmeter geschossen - und nur zwei nicht verwandelt.

Sie gucken den Torwart aus, versuchen, ihn zu verladen?
Ich weiß, dass Sie das im Fernsehen sehen, deshalb kann ich Sie jetzt ja nicht anlügen (lacht).

Sind Sie selbst zufrieden, wie es bisher läuft?
Ja, absolut. Ich bin in eine größere Liga gekommen, und du weißt nie, was passiert: Vielleicht hat man Probleme mit einem Mitspieler oder kommt mit dem Trainer nicht zurecht, vielleicht spielt man zu wenig. Das trifft bei mir alles nicht zu. Ich habe – bis auf eines - jedes Spiel gemacht und konnte der Mannschaft helfen. Ich habe meinen Platz gefunden. Ich bin also wirklich bin zufrieden. Es war der richtige Schritt, der perfekte Schritt. Ich bin wirklich glücklich, hier zu sein.

Sie sind mit sieben Millionen Euro der teuerste Einkauf der Frankfurter Vereinsgeschichte. Hat Sie das belastet, haben Sie das als Bürde oder Hypothek empfunden?
Nein. Am Anfang, im ersten Monat, hat mich jeder darauf angesprochen. Da kam es mir vor, als würden die sieben Millionen ständig über meinem Kopf schweben. Im Laufe der Zeit vergisst man das aber.

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