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Interview Sebastien Haller „Das macht süchtig“

Eintracht-Stürmer Sebastien Haller über seine große Leidenschaft auf dem Fußballplatz, seine spektakulären Treffer und weshalb ihm Starrummel fremd ist.

16.12.17: Eintracht Frankfurt - Schalke 04 2:2
Tore im Kopf: Sebastien Haller. Foto: Stefan Krieger

Sebastien Haller, 23 Jahre alt, hat die Erwartungen in Frankfurt bisher erfüllt, vielleicht sogar ein bisschen übertroffen. Der Mittelstürmer hat in 19 Pflichtspielen zehn Treffer erzielt und vier Tore vorbereitet. Das ist eine sehr gute Quote.

Der Franzose, dessen Marktwert auf zwölf Millionen Euro beziffert wird, hat im Kombinationsspiel sicher seine Schwächen, doch Toreschießen kann er. Und was für welche. Erst in dieser Woche ist sein Seitfallzieher gegen den VfB Stuttgart von den Fans zum Tor des Jahres 2017 gewählt worden.

Der bis 2021 gebundene Haller kam vor der Saison für sieben Millionen Euro aus Utrecht und ist damit teuerster Einkauf der Frankfurter Vereinsgeschichte.

Herr Haller, Sie haben in den 19 Pflichtspielen für die Frankfurter Eintracht insgesamt zehn Treffer erzielt. Ist es in Deutschland, in der Bundesliga, leicht, Tore zu machen?
Natürlich nicht. Es ist sogar ziemlich schwer, aber es hat alles in allem ganz gut funktioniert. Und die Mannschaft hat mir auch dabei geholfen, es ist Teamwork. Jedes einzelne Tor habe ich auch der Mannschaft zu verdanken. Ich weiß, ich hätte es noch besser machen können. Aber für den Anfang ist es okay, denke ich.

Hatten sie gar keine Schwierigkeiten, sich in die neue Umgebung und das neue Leben einzufinden?
Ich habe versucht, mich schnell anzupassen, an das Land, den Verein, die Mannschaft. Ich stehe ja nicht alleine, wir haben viele neue Spieler. Jeder bringt sich ein, wir ziehen an einem Strang und gehen in eine Richtung. Jeder gibt sein Bestes, und deshalb spielen wir bisher, wie ich finde, eine ganz ordentliche Runde.

Mussten Sie sich an die Bundesliga gewöhnen, an das höhere Tempo vielleicht?
Nein, eigentlich nicht. Als ich noch in Utrecht war, hatte ich einen guten Trainer (Erik ten Hag, der seit dieser Saison Ajax Amsterdam trainiert und von 2013 bis 2015 die zweite Mannschaft von Bayern München anleitete; Anm. d. Red), der mich vorbereitet hat und mich aufs nächste Level heben wollte. Er gab mir immer Tipps und Ratschläge, was ich machen muss, wenn ich den nächsten Schritt gehen will. Ich war mental also bestens auf das vorbereitet, was mich erwartet hat. Auch wenn man natürlich dann nie genau weiß, was wirklich auf einen zukommt und es doch anders ist, als man es sich vorstellt.

Was sind die Hauptunterschiede zwischen der niederländischen Liga und der Bundesliga?
In der holländischen Liga laufen sie nicht so viel. Hier ist es so, dass jede Mannschaft 90 Minuten lang marschiert. Wirklich von der ersten bis zur letzten Minute. Es geht nicht nur um die erhöhte Laufbereitschaft, es ist auch eine Frage der Intensität und der Fokussierung, deshalb passiert hier in den letzten zehn Minuten eines Spiels noch relativ viel. Weil jeder bis zum Schluss alles reinwirft. Und ein Unterschied sind natürlich die Fans, die Atmosphäre in den Stadien ist einmalig. So was gibt es nur in Deutschland.

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