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Interview "Jermaine Jones hat die Leute belogen"

Frankfurts Fanbeauftragter Andreas Hornung sagt, warum der ehemalige Eintracht-Kapitän im Dress des FC Schalke mit vielen Pfiffen rechnen muss.

08.12.2007 00:12
2. Liga: Eintracht Frankfurt - Dynamo Dresden
Andreas Hornung, Fanbeauftragter. Foto: harder

Herr Hornung, am Samstag kommt der in Ungnade gefallene Jermaine Jones zum ersten Mal nach seinem Wechsel wieder ins Stadion. Was hat er von den Fans zu erwarten?

Ich weiß nicht, was alles im Einzelnen geplant ist. Aber ich vermute mal stark: Es wird laut werden, es wird Pfiffe geben, es wird Plakate und Transparente geben, große und kleine. Es wird die Hölle werden. Damit muss man rechnen, alles andere wäre naiv.

Aber ein ganzes Stadion gegen ihn - das wird Jermaine Jones doch eher beflügeln.

Das befürchte ich auch. Aber das kann man den Fans nicht vermitteln. Mir wäre es am liebsten: Sie würden alle anderen Schalker auspfeifen und wären bei Jones totenstill.

Werden Sie ihn auch auspfeifen?

Nein. Ich habe noch nie einen Spieler ausgepfiffen.

Aber Sie werden früher auf der Tribüne sein und sich das Spektakel anhören?

Ich werde früher da sein, weil ich gucken muss, dass alles in rechten Bahnen verläuft.

Was wird Jones, der in Frankfurt ja mal Publikumsliebling war, eigentlich vorgeworfen?

Dass er am Anfang des Jahres schon beim FC Schalke unterschrieben hat, den Fans aber erzählt hat, er sei Eintrachtler mit ganzem Herzen. Er hat immer erzählt, wie stolz er sei, Kapitän zu sein. Das hat er auch im Internet mit seinem Eintrag "Nichts als die Wahrheit" nochmals bekräftigt.

Was ist da so schlimm? Ein Spieler verlässt den Klub, um woanders mehr Geld zuverdienen.

Das ist ja auch gar nicht das Ding. Das Ding ist: Er hat gewusst, dass er geht und die Fans im Glauben gelassen, er bleibt. Er hat die Leute belogen, die Fans fühlten sich verarscht. Er hat die ganze Zeit nur rumgedruckst. Er soll die Wahrheit sagen oder schweigen. Noch mal: Es ist überhaupt nichts dabei, wenn ein Spieler zu einem anderen Verein geht, weil er dort bessere Möglichkeiten sieht.

Jermaine Jones spielt in Schalke bislang richtig gut. Haben Sie ihm das zugetraut?

Ich hätte vor der Saison gewettet, dass er sich nicht durchsetzt. Ich hätte nicht gedacht, dass er durchhält. Bei uns hatte er ja Glasknochen und war ein halbes Jahr verletzt. Und kaum ist er auf Schalke, ist er gesund und kann spielen. Egal: Der Erfolg in Schalke ist ihm zu gönnen. Ich habe ja privat nichts gegen Jermaine Jones.

Interview: Thomas Kilchenstein

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