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Interview Fredi Bobic „In dieser Saison wird eine Titanic sinken“

Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic über die Lage der Liga, den Absturz des 1. FC Köln, eine mögliche Vertragsverlängerung von Trainer Niko Kovac und die Leidenszeit von Alex Meier.

Fredi Bobic
„Wenn wir bis zur Winterpause noch sechs, sieben Punkte holen würden, wäre das super“: Sportchef Fredi Bobic. Foto: Hasan Bratic

Herr Bobic, haben Sie jetzt während der sogenannten Länderspielpause mal ein paar Tage freinehmen und abschalten können? Oder ist das als Sportvorstand eines Bundesligisten gar nicht möglich?
Das geht manchmal schon in einer Länderspielpause, aber jetzt ging es nicht. Ich hatte einen Vortrag zu halten, musste einigen gesellschaftlichen Verpflichtungen nachkommen. Und jetzt in der Vorweihnachtszeit ist das Leben sowieso etwas schneller, das geht wohl jedem so. 

Bis zur winterlichen Transferperiode ist es nicht mehr weit. Werden Sie womöglich noch weitere Spieler zur Eintracht holen, noch mal nachlegen?
Wir überlegen, das eine oder andere zu machen. Aber die Transferperiode im Winter ist nicht einfach. Was man machen kann, ist zum Beispiel, einen Spieler zu holen, dem man Zeit gibt, um sich zu akklimatisieren. Marius Wolf ist dafür ein gutes Beispiel. Er hat in seinem ersten halben Jahr reingeschnuppert, alles kennengelernt und sich an das Pensum gewöhnt  – und jetzt ist er mittendrin, hat sich ganz toll entwickelt. Das ist ein Paradebeispiel. 
 
Aber Ihr Kader ist sowieso schon sehr groß, 34, 35 Spieler. 
Das lag aber auch daran, dass wir einige Langzeitverletzte hatten, da wussten wir, dass sie erst im Winter zurückkommen. Der große Kader hilft uns jetzt, wir müssen an gar nicht so vielen Stellschrauben drehen, weil wir breit aufgestellt sind. Wie gesagt, wenn wir was machen, dann machen wir es punktuell. Und das macht auch Sinn. 

Werden Sie noch Spieler abgeben? Spieler wie Yanni Regäsel, Andersson Ordonez sind weit hinten dran, auch Max Besuschkow spielt gar keine Rolle. 
Wir müssen keinen Spieler abgeben. Aber natürlich stellt sich die Frage, ob es für den einen oder anderen nicht sinnvoll wäre, sich zu verändern. Wir werden das in den kommenden vier Wochen genau beobachten und mit den Spielern und ihren Berater entsprechende Gespräche führen. Wenn wir einen Spieler verleihen, muss es auch Sinn machen. Für einen Spieler wie Yanni Regäsel wäre es gut, wenn er wechseln würde. Das würden wir auch unterstützen. Aber es muss passen, und wir schicken hier keinen weg. 

Was wäre, wenn ein Spieler wie Branimir Hrgota auf Sie zukommen und sagen würde, er spiele mit dem Gedanken, den Verein zu verlassen.
Das ist spekulativ. Brane gibt immer alles, da kann man ihm nichts vorwerfen. Niko Kovac hat ihm ja Vertrauen geschenkt, ihm in der letzten Saison oft von Anfang an gebracht. Er hat fast alles richtig gemacht, hatte aber Probleme mit der Effektivität, klar. Aber wir haben nicht den Stab über ihn gebrochen. Jetzt ist die Konkurrenzsituation halt einfach eine ganz andere. Der muss er sich stellen. Und das macht er, das kann ich versichern. Wenn er aber mit einem Wechselwunsch auf uns zukommen würde, würden wir das mit ihm besprechen. Aber es ist nicht so, dass wir ihn auf den Markt werfen. Er macht uns in der Breite stärker und hält den Konkurrenzkampf auf einem hohen Level. Das ist wichtig. Keiner darf sich sicher fühlen, immer zu spielen. 

Andererseits ist es ja so, dass auch Unfrieden in die Mannschaft getragen werden kann, wenn es zu viele unzufriedene Spieler gibt. 
Grundsätzlich kann das passieren. Aber das hat bisher kein Spieler gemacht. 

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