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Hertha - Frankfurt Reif für die Werkstatt

Adi Hütter wird an einzelnen Stellschrauben drehen müssen, um die Weiterfahrt der Eintracht nicht nachhaltig auszubremsen - allzu viele personelle Variationsmöglichkeiten hat der Trainer aber nicht.

Hertha BSC - Eintracht Frankfurt
Aus dem Gleichgewicht: Eintracht Frankfurt und Danny Da Costa (rechts) straucheln derzeit. Foto: dpa

Da ist sie also. Die erste Delle in der Formkurve von Eintracht Frankfurt in dieser Bundesligasaison. Zwei Begegnungen nacheinander haben die Hessen nun schon verloren, dazu beim samstäglichen 0:1 in Berlin das erste Mal in dieser Runde ein Ligaspiel ohne eigenen Treffer beendet. Diese Delle, sie ist sicher noch nicht gravierend, unschön ist sie aber allemal. Freilich, mit Reparaturen an den richtigen Stellen sollte sie dennoch ziemlich gut auszubeulen sein.

Vor allem obliegt es nun - um im Bild zu bleiben - Werkstattchef Adi Hütter, die lästigen Spuren in der Karosserie zu beseitigen, an kleinen Stellschrauben zu drehen, um die Weiterfahrt des Tabellenfünften nicht nachhaltig auszubremsen.

Ansatzpunkte für den 48 Jahre alten Trainer der Eintracht gibt es. Da ist die defensive Stabilität. Schon bei der 1:2-Heimpleite gegen Wolfsburg arbeiteten die Frankfurter nicht immer als Einheit gegen den Ball, überließen dem VfL zu viele Räume auf dem Rasen. Und auch diesmal in Berlin waren die Hessen vor allem auf den Außenbahnen ziemlich freizügig, nicht eng genug beim Gegenspieler, oft in Unterzahl. „Wir haben speziell in der ersten Hälfte zu wenig investiert“, sagte Hütter. 

Problemzone Mittelfeld

Das führte gleich zum nächsten Problem: der offensiven Kreativität. Die lag im Berliner Olympiastadion doch ziemlich verschütt. Zwar wies die Statistik nach 94 Minuten immerhin 16 Torschüsse der Frankfurter auf, Berlin hatte nur sieben, die meisten davon waren aber schlicht völlig harmlos. „Wenn man in zwei Spielen nur ein Tor schießt, wissen wir, wo wir den Hebel ansetzen müssen“, sagte Hütter, benannte aber im gleichen Atemzug das Kernproblem: „Die Gegner stellen sich immer besser auf uns ein, sie finden immer wieder ein Mittel, um unsere drei Offensiven aus dem Spiel zu nehmen.“ Und tatsächlich: Sebastien Haller, Luka Jovic und Ante Rebic, das so treffsichere Angriffstrio, es war weitestgehend abgemeldet. Zum einen spielte die stürmende Fraktion selbst nicht gut, verlor sich in zu vielen Einzelaktionen, zum anderen wurden gerade die Zuspiele in die vorderste Reihe von den Berlinern gekonnt unterbunden. 

Wenn Libero Makoto Hasebe wie gegen Wolfsburg und Berlin durch eine Manndeckung aus dem Spiel genommen wird, fehlen den Hessen die spielerischen Mittel im Aufbau. Hasebe war in den vergangenen beiden Partien dazu gezwungen, nach Außen auf seine Abwehrkollegen zu passen, denen wiederum nicht mehr als weite Bällen einfiel. Und im Mittelfeldzentrum war Jonathan de Guzman zwar um fußballerische Lösungen bemüht, die letzte, entscheidende Kreativität geht dem 31-Jährigen aber doch ab. Und Abräumer Gelson Fernandes zählt den strammen Vertikalpass in die Spitze ohnehin nicht zu seinem Repertoire. 

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