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Hertha - Eintracht Ohne Meier, dafür mit Rucksack

Frankfurts bester Torschütze fällt mit Kniebeschwerden aus. Nun hoffen alle bei der Eintracht mit Alex Meier, „dass es schnell zusammenwächst“.

Muss sich für eine Weile verabschieden: Alexander Meier. Foto: Heiko Rhode

In der Stunde großer Not erinnerte der Frankfurter Trainer Armin Veh gestern an Andreas Brehme. Der hatte seinerzeit nicht nur den Siegtreffer zum WM-Titel 1990 geschossen, von ihm stammt auch jenes legendäre Zitat: „Hast du Scheiße am Fuß, hast du Scheiße am Fuß.“

Und als ob Eintracht Frankfurt nicht schon tief genug im Schlamassel steckte, so schockte die Hessen diese Nachricht: Alexander Meier, mit Abstand wichtigster Mann bei der Eintracht, ist verletzt. Der 33-Jährige zog sich einen Einriss eines Fettkörperchens im Knie zu. Das bestätigte auch der Arzt seines Vertrauens, der Baseler Kniespezialist Bernhard Segesser, zu dem Meier am Montag eiligst gefahren war. Die Blessur ist schon in der vergangenen Woche aufgetreten und hat nichts zu tun mit der schweren Patellasehnen-Operation, wegen der Meier monatelang ausgefallen war, auch wenn die Schmerzen im gleichen rechten Knie aufgetreten sind. „Es ist zum Glück nichts mit der Patellasehne“, sagte Meier am Dienstagnachmittag der FR. „Aber es ist sehr schmerzhaft. Ich hoffe, dass es schnell wieder zusammenwächst.“

Hoffnung auf die Partie gegen Ingolstadt

Wie lange der mit zwölf Treffern schon wieder beste Frankfurter Schütze ausfallen wird, ist offen. „Normalerweise müsste man ihn zwei Wochen ruhig stellen“, sagte Trainer Veh am Dienstag. „Aber das geht nicht. Es kann nichts kaputt gehen, aber er hat sehr große Schmerzen.“

Meier wird definitiv heute Abend gegen Hertha BSC nicht spielen. Veh: „Wir müssen jetzt gucken, wie es sich auswirkt. Wie es weitergeht, kann ich nicht sagen.“ Sicher ist also keinesfalls, dass Meier im wichtigen Heimspiel gegen Aufsteiger und Tabellenneunten FC Ingolstadt dabei sein wird. Aber die Eintracht wird alles tun, um den offensiven Mittelfeldspieler rechtzeitig fit zu bekommen. „Für diese Partie habe ich noch Hoffnung“, befand Meier, der schon im Schalke-Spiel auf die Zähne gebissen hatte. Doch danach sei „es sehr schlimm gewesen“. Die große Frage wird sein, ob die Schmerzen in den kommenden Tagen nachlassen und wie der Spieler diese Beschwerden zu tolerieren in der Lage ist.

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Der Ausfall von Alexander Meier trifft den Klub zu einem denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Wenn einer nicht ausfallen darf, dann Meier. Wer soll jetzt die Tore zum Klassenerhalt schießen? „Es wird Zeit, dass mal ein anderer ein Tor schießt“, sagte Veh. Das wird dringend geboten sein, von den letzten neun Frankfurter Toren hat Meier allein sieben erzielt, lediglich Stefan Aigner, der heute wieder in der Startelf stehen wird, und der formschwache Szabolcs Huszti haben darüber hinaus getroffen. „Wir können den Spielbetrieb ja nicht einstellen, weil Meier nicht dabei ist“, sagte Veh kämpferisch. „Manchmal kommen Dinge zum Tragen, die glaubt man gar nicht.“

Womöglich schwingen sich nun, da Meier fehlt, andere Spieler auf und übernehmen Verantwortung. „Im Normalfall ist der Ausfall kein Vorteil, kann aber auch mal ein Vorteil sein“, findet Veh. Zumindest ist Eintracht Frankfurt heute „anders ausrechenbar“ (Veh). Das Frankfurter Spiel fokussiert sich jetzt nicht mehr allein auf den Langen, auch die Hertha weiß nicht, wie die Gäste auftreten werden. „Wenn was passiert, was man nicht ändern kann, sollte man sich nicht lange damit aufhalten und hadern. Ich habe sofort gedacht, wie ich es jetzt regeln kann“, sagte Veh.

Für Meier dürfte Marc Stendera auf die Zehn vorrücken, der Mexikaner Marco Fabian sollte den linken Flügel beackern, Aigner den rechten, und die Position von Stendera dürfte Makoto Hasebe einnehmen. Die Eintracht würde so mit zwei echten Sechsern (Russ und Hasebe) spielen und eine zusätzliche Absicherung in ihr Spiel einbauen.

Defensiv, das haben die beiden letzten Spiele gezeigt, steht Eintracht Frankfurt immerhin ordentlich. In Berlin wird aller Wahrscheinlichkeit auch wieder Carlos Zambrano dabei sein, dessen Pferdekuss einen Einsatz im Olympiastadion möglich macht. „Nur nach vorne müssen wir den Rucksack ablegen“, sagte Veh, der weiterhin von einer Last spricht, die seine Spieler zu tragen hätten. Vielleicht sei der Druck in einem Auswärtsspiel nicht so groß wie zu Hause: „In Berlin sind wir ganz sicher nicht der Favorit.“

Und heute Abend schließt sich auch ein Kreis: Für Veh war das Hinspiel (1:1) ein Spiel mit weitreichenden Folgen gewesen. „Wenn wir das damals gewonnen hätten, wäre vieles anders gelaufen.“ Für Hertha führte danach der Weg steil nach oben, für die Eintracht nach unten.

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