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Heribert Bruchhagen wird 70 Nur noch Apfelkuchen für Heribert

Heribert Bruchhagen, Ex-Vorstandschef von Eintracht Frankfurt, feiert seinen 70. Geburtstag.

04.09.2018 08:09
Heribert Bruchhagen
Heribert Bruchhagen ist 70 und hat den weißen Ritter noch immer nicht gesehen. Foto: dpa

Seine langjährige Vorstandskarriere ist vorbei. Und irgendein Fußballspiel findet gerade nicht statt. Also macht Heribert Bruchhagen heute genau das, was enge Freunde einem der prägendsten und streitbarsten Fußball-Funktionäre der vergangenen 30 Jahre kaum zugetraut hätten: Er feiert seinen 70. Geburtstag zu Hause in Ostwestfalen. Und nicht auf irgendeiner Geschäftsstelle. Oder in einem Stadion.

Keine Angst, sagt Bruchhagen. „Am nächsten Samstag feiere ich in Frankfurt mit der Fußballfamilie.“ Und die ist in seinem Fall sehr groß. Clemens Tönnies vom FC Schalke  kommt, Fredi Bobic von Eintracht Frankfurt oder auch Harald Strutz, Ex-Präsident von Mainz 05. Nach 51 Jahren im Berufsfußball gibt es niemanden, den „Herri“ dort nicht kennt. Und nichts, was er in dieser Zeit nicht gemacht hätte. Er war Spieler und Trainer beim FC Gütersloh, Manager bei Schalke, dem HSV und Arminia Bielefeld, Geschäftsführer bei der Deutschen Fußball Liga sowie Vorstandschef bei Eintracht Frankfurt und dem Hamburger SV. Und am Ende hatte er den Zeitpunkt eines guten Abgangs verpasst. Weil er nicht loslassen konnte, weil er nicht „Apfelkuchen essen“ wollte sonntagnachmittags in Harsewinkel.

Heribert Bruchhagen, der Ober-Realo

Was er über seine letzte Station beim HSV erzählt, sagt viel über Bruchhagen aus. Er hat eine klare Meinung und spricht sie aus. Aber er nimmt sich nie wichtiger, als es das Große und Ganze ist. Er gibt sich gerne als Ober-Realo, als einer, der mehr von der Bundesliga versteht als die meisten. „Ich habe gehofft, noch einmal etwas Positives zu bewirken. Aber das ist mir leider nicht gelungen“, sagt er über die Zeit von Dezember 2016 und März 2018. Er wurde im Frühjahr abgesetzt, als alles auf den ersten Bundesliga-Abstieg des früheren Europapokalsiegers zulief. „Wenn die Ergebnisse nicht stimmen, dann rollen in Hamburg Köpfe.“ 

Der Ex-Oberstudienrat kritisiert die Dinge, aber er beklagt sie nicht. Das ist ein feiner Unterschied. „Und ich sage ganz klar: Beklage nicht Dinge, von denen du 31 Jahre auch profitiert hast.“ Es gibt viele in dieser Branche, die sagen: Er war zu konservativ. Auch in Frankfurt sagen sie, dass in den wenigen Jahren ohne Bruchhagen Vorhaben in einem Tempo in die Tat umgesetzt wurden, das früher undenkbar war. Früher – das waren die fast 14 Jahre mit dem Vorstandschef Bruchhagen. 

Eines von dessen Schlagworten ist die „Zementierung“ der Tabelle. Dass die wirtschaftliche Schere in der Liga immer weiter auseinandergeht, davor hat er schon vor 30 Jahren gewarnt. Und noch ein paar unvergessliche Aussprüche sind geblieben: „Die Flut hebt alle Boote“ war so ein Ausspruch, „ich habe noch keinen weißen Ritter gesehen“, ein anderer.  (dpa/FR )

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