Lade Inhalte...

Heimspiel Vorletzte Ausfahrt

Ein Stimmungsaufheller vor dem DFB-Pokal-Finale würde der Eintracht Frankfurt helfen.

Bastian Oczipka
Noch zweimal in dieser Saison auf der großen Bühne: Bastian Oczipka. Foto: Pressehaus

Im Grunde ist dieses letzte Heimspiel der Saison gegen RB Leipzig, morgen ab 15.30 Uhr in der für diesen einen Tag wieder Waldstadion heißenden WM-Arena im Stadtwald, die belangloseste aller 34 Partien. Für Eintracht Frankfurt geht es um nicht mehr viel, sehr wahrscheinlich wird sie auf Tabellenplatz elf abschließen, das ist, wenn man sich die Zielvorgabe vor einem dreiviertel Jahr anguckt, ganz okay, betrachtet man die Rückrunde, ist es das mit Sicherheit nicht. Es wäre so leicht so viel mehr drin gewesen in dieser Runde, wenn die Mannschaft nur einen Bruchteil jener Geschlossenheit aus der Hinserie auch im zweiten Teil der Saison auf den Platz bekommen hätte.
Eine große Chance ist vergeben worden. Selbst nach einer dermaßen verkorksten Rückrunde, so absurd es klingen mag, wäre theoretisch noch immer ein Europapokalplatz drin gewesen, wenn die Eintracht nur die Spiele gegen (schwache) Wolfsburger und (noch schwächere) Mainzer gewonnen hätte. Dann wäre das morgen gegen Leipzig ein Endspiel um Europa geworden. Doch die Eintracht schaffte es, selbst gegen derart angeschlagene, verunsicherte Widersacher noch schlechter zu spielen.



Natürlich ist diese Begegnung gegen den Vizemeister aus Leipzig dann doch keine ganze belanglose. Denn für die Eintracht geht die Saison ja noch weiter, „für mich ist das der 33. Spieltag“, hat Linksverteidiger Bastian Oczipka jüngst erst gesagt. Eine Woche nach dem Halali in der Bundesliga wartet der Saison-Höhepunkt auf die Hessen, das Pokalfinale gegen Borussia Dortmund. Darauf ist die Mannschaft, ist der Klub, ja die halbe Stadt seit Ende April fixiert.

Doch wie will die Eintracht im Endspiel konkurrenzfähig sein, wenn sie zuvor alles verliert? Niemand glaubt doch, dass man in einem Spiel, wenn es auch ein besonderes ist, den Schalter so einfach umlegen kann. Insofern ist die Partie gegen Leipzig die letzte Möglichkeit, noch einmal etwas Selbstbewusstsein zu tanken, noch einmal ein gutes Gefühl zu bekommen vor dem Endspiel. Nach dem Sieg gegen Augsburg, dem einzigen in 14 Spielen übrigens, gelang den Hessen ja auch in Mönchengladbach die Überraschung. Allerdings ist RB Leipzig nicht das, was man Laufkundschaft nennt. Eine Niederlage gegen den Champions League-Teilnehmer wäre das normalste der Welt.

Stendera fällt wieder aus

Zudem müssen die Eintracht-Spieler den Spagat schaffen, einerseits dagegenzuhalten, andererseits sich aber nicht noch zu verletzen. Mittelfeldspieler Marc Stendera hat es ohnehin schon wieder erwischt. Der 21-Jährige unterzog sich am Donnerstag einem arthroskopischen Eingriff am linken Knie, zuvor war ein Riss des Außenmeniskus diagnostiziert worden. Stendera, der vor fast genau einem Jahr einen Kreuzbandriss erlitt und erst vor wenigen Wochen sein Comeback bei den Profis gegeben hatte, fällt für die abschließenden beiden Spiele aus. „Wir hoffen, dass er uns zum Start der Vorbereitung auf die neue Saison wieder zur Verfügung steht“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic, der Stenderas Verletzung „sehr bedauert“.

Natürlich lag es auch an derartigen Ausfällen, dass es Trainer Kovac in dieser Runde nicht gelang, wie übrigens auch seinen Vorgängern Veh, Schaaf, Skibbe oder Funkel nicht, den Fluch der Rückrunde zu brechen. In den vergangenen zehn Jahren war die Rückrunde nur in zwei Fällen besser als die Hinrunde. 2013/14, da holten die Hessen im zweiten Teil der Saison 21 Punkte (nach 15 in der Hinrunde), und in der vergangenen Runde. Da kamen die Frankfurter auf 19 Punkte nach 17 in der Hinrunde. Ansonsten ging ihnen stets die Puste aus.

 

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal-Finale

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum