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Gladbach - Eintracht Neustart kurz vor Ultimo

Der neue Eintracht-Trainer Niko Kovac hat seine Mannschaft schon weitestgehend im Kopf, doch ein, zwei Positionen sind vakant  - Stefan Reinartz und Luc Castaignos sind an Bord.

Bundesligapremiere als Trainer: Niko Kovac. Foto: dpa

Aufregung, Nervosität? „Noch nicht“, sagt Niko Kovac. „Noch bin ich ganz cool.“ Doch der neue Trainer der Frankfurter Eintracht weiß aus Erfahrung nur zu gut, dass es ihn befallen wird, das Lampenfieber, die Anspannung, das Kribbeln. Dann nämlich, wenn der Ernstfall näher rückt, und er rückt näher, für ihn, den Bundesliganovizen auf der Bank, und seine Mannschaft. Neustart für Eintracht Frankfurt und den Mann an der Seitenlinien – am 26. Spieltag.

Niko Kovac ist mit allen Wassern gewaschen, er ist 44 Jahre alt, hat 18 Jahre Profifußball in den Knochen, 15 davon in Deutschlands Eliteklasse. Als Spieler. Doch als Trainer betritt er Neuland, wenn er erstmals verantwortlich sein wird für eine Mannschaft in der Premiumklasse. Es war sein großes Ziel, vielleicht sogar sein Traum. Jetzt muss er sich beweisen. Es gibt leichtere Aufgaben zum Einstieg.

Gut vorbereitet

Der hessischen Bundesligist hat zuletzt nicht viele positive Schlagzeilen schreiben können, sieben Spiele ohne Sieg, Absturz auf Platz 16, eine höchst verunsicherte Mannschaft am Start. Doch nun werden die Karten neu gemischt, es ist ein Neubeginn, neun Spieltage vor Ultimo. Es bleibt nicht viel Zeit. Niko Kovac weiß das, doch er wäre nicht angetreten, wenn er sich davon ins Bockshorn jagen ließe.

Der neue Coach hat sein Team akribisch auf den morgigen Gegner aus Mönchengladbach vorbereitet, seinem Team die Stärken und Schwächen und Besonderheiten des Kontrahenten per Video vor Augen geführt. Auch heute in der Mannschaftsbesprechung nach dem Abendessen wird man sich noch mal kurz mit der Borussia beschäftigen, „damit die Jungs nicht das vergessen, was wir trainiert haben“. Doch am Samstag, dem Spieltag, ist das vorbei, „dann schauen wir ausschließlich auf uns und das, was wir vorhaben“.

Erst dann werden die Spieler endgültig wissen, wer des Trainers Vertrauen geschenkt bekommt. „Jeder soll denken, dass er dabei sein könnte“, sagt Kovac. Selbst wenn die Akteure im Training schon den einen oder anderen Fingerzeig bekommen haben dürften, sollten sie sich nicht zu sicher sein. „Die Spannung muss hoch sein bei allen.“

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Womöglich gibt es noch die eine oder andere Überraschung. Zwar sagt Kovac, dass er „den Großteil“ seiner ersten Elf bereits im Kopf habe, doch auf ein, zwei Positionen ist er noch am Überlegen. Die Entscheidung mache er nicht nur, aber auch von seinem Gefühl abhängig. „Ich gehe normalerweise rational an die Sache heran, aber manchmal muss man auch auf den Bauch achten“. Vor allem dann, wenn man nicht mal eine Handvoll richtiger  Trainingseinheiten absolvieren konnte.

Niko Kovac hat seinen eigenen Ablaufplan für die explizite und unmittelbare Vorbereitung auf das Auswärtsspiel am Samstag um 15.30 Uhr. Das Abschlusstraining am heutigen Freitag wird etwa 50 Minuten dauern, auch gestern schon war das Üben nicht mehr so intensiv wie zuvor. „Wir haben vorher viel gemacht, das müssen wir dann runterschrauben.“ Auf ein abermaliges Training am Samstagmorgen, dem sogenannten Anschwitzen,  verzichtet der Fußballlehrer. „Das war bei uns nie üblich bei Samstagsspielen, und es wäre auch nur Hektik.“

Die soll vermieden werden, „die Jungs sollen ausschlafen“, dann steht ein Spaziergang an, „20, 30 Minuten“, nochmals eine kurze Spielersitzung und das Mittagessen. Großartige Änderungen im Speiseplan sind nicht vorgesehen. „Das wird auch vorher in Ordnung gewesen sein.“ Alles kein Hexenwerk.

Bleibt die Frage, mit welch personeller Besetzung der Coach die schwierige  Aufgabe am Niederrhein angehen wird. Klar ist, dass  er  ohne die Stammspieler Carlos Zambrano (Zerrung im Oberschenkel), Marc Stendera (Muskelfaserriss in den Adduktoren) und Alexander Meier (Kniebeschwerden) auskommen muss. Auch Aleksandar Ignjovski und Mijat Gacinovic sind krankheitsbedingt nicht an Bord. Mit Zambrano und Meier plant  Kovac aber im darauffolgenden Heimspiel gegen Schlusslicht Hannover 96, der deutlich wichtigeren Partie.  Bei Stendera ist der Einsatz gegen die Niedersachsen   noch ungewiss.

Luc Castaignos und Stefan Reinartz, zuvor lange verletzt, werden aber in Gladbach am Start sein. Auf beide hält der Coach große Stücke. „Ich bin froh, dass beide wieder dabei sind“, sagt der 44-Jährige. Die beiden Spieler seien ja auch zu Beginn Teil der Mannschaft gewesen, als die Eintracht noch erfolgreich war. Reinartz kann sich Hoffnungen auf einen Startelfeinsatz machen. „Er macht einen sehr guten Eindruck.“ Für Castaignos kommen 90 Minuten wohl noch zu früh. „Wir müssen elf Leute auf dem Platz haben, die topfit sind.“ Schlussmann Lukas Hradecky, den ein Hexenschuss plagte, soll heute wieder ins Training einsteigen, „Wenn alles gut läuft“, sagt Kovac, „steht er im Tor.“

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