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Gelson Fernandes Gute-Laune-Bär auf der Sechs

Der Schweizer Mittelfeldspieler Gelson Fernandes tut Eintracht Frankfurt gut - und das, obwohl er auch ein Risikofaktor für sein eigenes Team ist.

Borussia Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt
Häufig einen Schritt schneller am Ball: Gelson Fernandes (rechts), hier gegen den Gladbacher Nico Elvedi. Foto: dpa

Es wird viel gelacht, wenn Gelson Fernandes in der Nähe ist. Und nicht nur von ihm. Sein Lachen, seine Fröhlichkeit, seine gute Laune ist ansteckend, es gibt kaum eine Runde, die nicht leichten Herzens auseinandergeht, wenn der 30 Jahre alte Fußballprofi dabei war. „So bin ich, ich bin immer am Lachen. Ich habe ein super Leben, so wie ich es mir vorgestellt habe, meine Familie ist gesund.“

Von den Kapverdischen Inseln ins Wallis

Wie ein typischer Schweizer wirkt der Mann nun wirklich nicht, dabei wird er, der in seiner Karriere in halb Europa spielte, nach der Beendigung seiner Laufbahn in die Schweiz zurückkehren, „in die Berge, na klar“, sprudelt es nur so aus ihm heraus. Und Skifahren kann er auch. Dort, in der Schweiz, fühlt er sich zu Hause, dort wird sein künftiger Lebensmittelpunkt sein. Dabei ist er auf den Kapverdischen Inseln aufgewachsen, Atlantik, knapp 600 Kilometer westlich von Afrika. Mit fünf Jahren ist er mit der Familie in die Schweiz übergesiedelt, nach Sitten ins Wallis, wo Vater José eine Stelle als Platzwart beim FC Sion bekam - und der Filius spielte dort Fußball, so gut, dass er es bis in die Erste Mannschaft packte. Der Traum eines jeden Jungen war in Erfüllung gegangen.

 

 

Zwölf Jahre und sieben Vereine später ist Gelson Fernandes nach einer kleinen Odyssee nun in Frankfurt angekommen, für zwei Jahre hat der defensive Mittelfeldspieler unterschrieben. Er hat in seiner Profikarriere in England für Manchester City und Leicester City gespielt, in Italien für Chievo Verona und Udinese Calcio, in Frankreich für den AS St.Etienne und zuletzt Stade Rennes und in Deutschland für den SC Freiburg. „Ich bin immer meinem Herzen gefolgt“, sagt er zu seinem Wandervogel-Dasein, aber manchmal ging es eben nicht anders. „Da hat Manchester City plötzlich Yaya Touré verpflichtet. Da muss man gehen als junger Spieler, wenn man was erreichen will.“ Erreicht hat er einiges, er war mit den Eidgenossen bei der WM in Brasilien dabei, will es ebenfalls nach Russland packen, selbst wenn er bei den jüngsten Länderspielen mit der Schweiz nur Ersatz war. „Auf der Sechs spielt Xhaka. Und er spielt gut.“ Gelson Fernandes hat sich eine angenehme Ehrlichkeit bewahrt, er weiß sich sehr wohl einzuschätzen, weiß beispielsweise, dass seine spielerischen Möglichkeiten limitiert sind. Er hat andere Stärken. „Gegen mich ist es schwer zu spielen, ich verteidige gut, aber ich habe nicht so einen Spielaufbau wie Xabi Alonso.“

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