Lade Inhalte...

Freiburg gegen Eintracht Eintracht Frankfurt gewinnt in Freiburg

2. UpdateEintracht Frankfurt ist der Start in die Bundesliga richtig gut gelungen: Die Hessen gewannen überraschend mit 2:0 (1:0) beim SC Freiburg. Und Trainer Adi Hütter verblüffte mit einer ungewöhnlichen Finte.

Eintracht Frankfurt
Nicolai Müller (m.) trifft zum ersten Mal in Frankfurtdress. Foto: afp

Hinterher entzündeten sich die Gemüter an der einen Szene unmittelbar vor dem 2:0 für die Eintracht. Der dieses Mal tadellos haltende Frankfurter Torhüter Frederik Rönnow hatte den Ball sieben, acht Minuten vor dem Ende, ins Aus schlagen wollen, weil sich Lucas Torro in seinem Strafraum vor Schmerzen krümmte. Es war Rönnow nicht ganz gelungen, der Ball wäre vermutlich nicht ins Aus gerollt, wenn nicht der Freiburger Pascal Stenzel ihn über die Linie befördert hätte. Jetro Willems schnappte sich die Kugel auf Höhe der Mittellinie, und auf den ersten Blick war nicht ganz klar, ob er den Ball nun der Fairness halber wieder zu einem Freiburger werfen sollte oder doch zu einem Frankfurter.

Nach einem kurzem Gespräch mit dem Linienrichter und einigen SC-Spielern war klar: Alle Beteiligten hatten sich darauf geeignet, das Spiel normal weiterzuführen. Willems warf also zu einem Eintracht-Kollegen; und ein paar Spielzüge später zappelte der Ball im Tor der Breisgauer. Jonathan de Guzman hatte Sebastian Haller freigespielt, der dann eiskalt und überlegt das 2:0 (82.) erzielte. „Der Schlüssel zum Sieg“, wie Eintracht-Trainer Adi Hütter hinterher sagte. Das Freiburger Publikum sah in dieser Aktion aber ein Verstoß gegen die Fairness, legte die Finger in den Mund und pfiff lautstark. Aber selbst Lars Voßler, der Co-Trainer, der den an einem Bandscheibenvorfall leidenden Cheftrainer Christian Streich vertrat, wollte den Frankfurtern „keinen Vorwurf“ machen, „wir hätten es immer noch verteidigen können.“

Mit diesem unerwarteten Erfolgserlebnis im Breisgau hatte in Frankfurt ernsthaft niemand gerechnet. Die beiden Schlappen zuletzt waren den Hessen arg aufs Gemüt geschlagen, umso größer sei nun „die Genugtuung“, in Freiburg gewonnen zu haben, sagte Hütter. „Als Österreicher im ersten Spiel in der deutschen Bundesliga nach all der berechtigten Kritik einen Sieg zu landen, tut gut“, sagte Hütter erleichtert. Es sei „Balsam auf die Wunden“. Auch Nicolai Müller, der nach zehn Minuten und feiner Vorarbeit des guten Haller mit einem satten Flachschuss die Frankfurter Führung besorgt hatte, war überglücklich. „Es gibt nichts Schöneres, als mit einem Dreier in die Bundesliga zu starten.“

Nach seinem Tor reckte er ein Trikot von Timothy Chandler in die Höhe, der Rechtsverteidiger erholt sich gerade von den Folgen eines Knorpelschadens. Der Jubel von Müller über seinen Treffer fiel dieses Mal dezent aus, mit gutem Grund: Genau vor einem Jahr hatte Müller, damals noch für den Hamburger SV spielend, ebenfalls am ersten Spieltag ein Tor erzielt und diesen Treffer mit einem Hubschrauberjubel derart enthusiastisch gefeiert, dass er sich einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Der HSV, auch das sei nicht vergessen, war im Übrigen im vergangenen Jahr sogar mit zwei Siegen in die Saison gestartet und dennoch am Ende abgestiegen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen