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Frederik Rönnow Eintracht-Torwart Rönnow muss noch warten

Parallelen zwischen dem derzeit verletzt pausierenden neuen Eintracht-Torhüter Rönnow und Vorgänger Lukas Hradecky sind offensichtlich.

Frederik Rönnow
Einer seiner wenigen Ballkontakte: Torwart Frederik Rönnow. Foto: pressehaus

Er war die erste der bisher acht Verpflichtungen, er ist als klare Nummer eins zwischen den Pfosten gekommen, die Torwarthandschuhe hat Frederik Rönnow bisher aber noch nicht übergestreift. Der 25-Jährige ist verletzt, eine Reizung des rechten Knies bremst den Neuen aus Dänemark aus. Wenn Moppes Petz, Torwarttrainer von Eintracht Frankfurt, seinen Ballfängern im Trainingslager in Gais den Ball nur so um die Ohren pfeffert, dann schaut Rönnow am Rand mit verschränkten Armen zu – mit einem alles andere als glücklichen Gesichtsausdruck. „Es ist natürlich nicht der beste Start, nicht optimal. Ich wäre lieber auf dem Platz“, sagt der Neue, der die Eintracht rund drei Millionen Euro gekostet hat und bis 2022 unter Vertrag genommen wurde. Immerhin: „Es ist nur eine kleine Sache, nichts Schlimmes. Hoffentlich bin ich in ein paar Tagen wieder dabei.“

Frederik Rönnow geht es langsam an

Nicht einmal mehr vier Wochen sind es bis zum Saisonstart in der Bundesliga, ganz zu schweigen vom DFB-Pokal am 18. August in Ulm oder dem Supercup-Spiel gegen den FC Bayern am 12. August. Rönnow, der sich in seiner ersten lockeren Einheit beim Abstoppen das rechte Knie verdreht hatte, will sich dennoch nicht unter Druck setzen, sich keinesfalls einem unnötigen Risiko aussetzen. So sei für ihn seit dem bislang letzten Spiel Ende Mai natürlich eine lange Zeit vergangen. Auch müsse er möglichst bald in einen Rhythmus finden, so Rönnow, „aber ich werde mich nicht stressen. Ich gehe das Schritt für Schritt an“.

Zurzeit sind das keine großen, eher Tippelschrittchen. Ein bisschen Stretching, ein bisschen Fahrradfahren, ein bisschen Kräftigung, ansonsten besteht der Tag des 25-Jährigen aus Behandlungen bei den Physiotherapeuten. Und das seit Anfang der vergangenen Woche, als er nach der Rückkehr aus seinem WM-Urlaub den Dienst im Hessenland angetreten hatte. „Ich hoffe, dass ich bald die Torwarthandschuhe wieder anziehen kann“, sagt Rönnow.

„Gute WM“ als Ersatzmann

Glücklich ist natürlich auch Adi Hütter mit der Situation nicht. Er sei zwar noch nicht unruhig, weil die Ärzte glauben, „dass Frederik bald wieder fit ist“, sagt der Trainer. Falls nicht, müsse man sich aber noch einmal Gedanken machen. Heißt: Sollte sich die Ausfallzeit der Nummer eins doch länger hinziehen, ist das Vertrauen zur Nummer zwei, Felix Wiedwald, ziemlich gering. Auch die Verpflichtung eines weiteren Schlussmannes wäre dann eine Option.

Wer Frederik Rönnow sieht, diesen 1,90-Meter-Mann mit den spindeldürren Beinen und dem schlaksigen Oberkörper, der kommt kaum am Vergleich mit seinem Vorgänger im Eintracht-Kasten vorbei. Bereits zum dritten Mal in seiner Karriere folgt Rönnow auf Lukas Hradecky, der mittlerweile in Leverkusen einen gut dotierten Vertrag besitzt. Erst 2013 bei Esbjerg fB, dann 2015 bei Bröndby und nun bei der Eintracht. Auf die Frage, warum er sich denn für Frankfurt entschieden habe, hat Rönnow, der privat gerne Musik hört und kocht, eine launige Antwort parat: „Weil Lukas hier gespielt hat.“ Er lacht, die Reporter stimmen ein.

Was nicht ernst gemeint war, ist dennoch nicht von der Hand zu weisen. Die beiden Torhüter haben nicht nur den gleichen Karriereweg eingeschlagen, sondern auch ähnliche Stärken. Im Eins-gegen-eins soll der Däne Rönnow dem Finnen Hradecky in nichts nachstehen. „Wir sind beide groß und dünn, nicht die muskulösesten Typen der Welt. Das macht uns beweglich“, sagt Rönnow, nicht ohne – auch so eine Parallele – den nächsten Scherz herauszufeuern: „Ich trinke nicht so gerne Bier wie Lukas.“ Rönnow lacht, die Journalisten stimmen ein.

Schon vor etwas mehr als einem Jahr, als die Hradecky-Zukunft in Frankfurt noch ein ziemliches Pokerspiel war, traten die Eintracht-Verantwortlichen erstmals an Rönnow heran und hinterlegten ihr Interesse, zu einem konkreten Angebot kam es damals nicht. Rönnow, der in der dänischen Hafenstadt Horsens geboren und dort auch fußballerisch großgeworden war, gab bereits mit 19 Jahren das Erstligadebüt für seinen Heimatverein. Mittlerweile hat er schon sieben Spielzeiten als Profi hinter sich. In Dänemark, da gab es in der vergangenen Saison bei den Experten keine Zweifel, war er der beste Torhüter der Liga. Und auch im Nationalteam hat nur Kasper Schmeichel, der ziemlich talentierte Sohn der dänischen Torwartlegende Peter Schmeichel, die Nase ein Stück vorn. Bei der WM in Russland saß Rönnow entsprechend als Nummer zwei auf der Bank. „Ich hatte eine gute WM, obwohl ich nicht gespielt habe. Ich konnte auf einem hohen Level trainieren. Das will ich in Frankfurt auch bald fortsetzen.“ Wenn es das Knie endlich zulässt.

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