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Frankfurt - Leverkusen Die Luft geht aus

Nach der hohen Schlappe gegen Leverkusen geht es für die Eintracht darum, erlittene Wunden zu lecken und den bitteren Weggang des Trainers wegzulächeln.

Bayer Leverkusen - Eintracht Frankfurt
Vier Treffer kassierte die Eintracht gegen Leverkusen. Foto: dpa

Nach der gleichermaßen verdienten wie hohen Schlappe gegen Bayer 04 hat Vorstand Axel Hellmann noch in den Katakomben des Leverkusener Stadions den Fokus auf das nächste Endspiel zu richten versucht, das Pokal-Halbfinale an diesem Mittwoch auf Schalke. „Wie die Fans die Mannschaft in die Woche geschickt haben“, sei sehr beeindruckend gewesen, mit Sprechchören war sie gefeiert worden. „Das Frankfurter Publikum steht hinter der Mannschaft“, sagt Hellmann, dazu gehöre auch Trainer Niko Kovac.

Für Eintracht Frankfurt geht es nun darum, schnell Wunden zu lecken, die 1:4 (1:1)-Niederlage abzuhaken. Große Aufgaben warten, die ein wenig aus den Fugen geratene Saison muss gerettet werden. Auf Schalke werden die Hessen mehr bringen müssen als eine halbwegs ordentliche Hälfte wie in Leverkusen. „Die erste Halbzeit war gut, die zweite nicht“, fasste Kovac das Spiel zusammen. In der ersten vermochten die Frankfurter die Partie noch zu kontrollieren und durch Marco Fabian zum Ausgleich zu kommen. In der zweiten Halbzeit hatte die Eintracht der geballten, sehr guten Leverkusener Offensive mit einem Hattrick von Kevin Volland (71., 77., 88.) nichts mehr entgegenzusetzen; zudem hatte Kovac kein Gegenmittel gegen die taktische Variante der Leverkusener gefunden, die von einer Dreier- auf eine Viererkette umschalteten. „Bayer hat uns den Schneid abgekauft“, sagte Kovac nur.

Dazu hatte er erstaunlicherweise auf die Nominierung eines etatmäßigen Stürmers verzichtet, weder Luka Jovic noch Sebastien Haller spielten von Anfang an, dafür Kevin-Prince Boateng in der Spitze. Haller und Jovic kamen erst, als das Spiel verfahren war. In der zweiten Halbzeit kamen die Gäste kaum mehr aus der eigenen Hälfte, sie gaben keinen einzigen gefährlichen Schuss aufs Tor ab, die einzige Frankfurter Ecke wurde in der 79. Minute geschlagen. An Harmlosigkeit war die Eintracht kaum zu überbieten. „Wir sind hier, um Leverkusen zu besiegen“, hatte Kovac gesagt. Viel war davon nicht zu sehen gewesen. Im Augenblick sieht die Eintracht eher ihre Felle davonschwimmen.

Unruhe weglächeln

Eintracht Frankfurt gehört in 2018 inzwischen zur zweitschlechtesten Auswärtsmannschaft, ganz drei Zähler holten sie, nur der HSV ist aktuell schlechter. In der Hinrunde waren die Frankfurter noch die zweitbeste Elf in der Fremde; auch das ist ein Grund für die allenfalls durchwachsene Rückserie. Nur zu Hause entwickelt die Eintracht Stärke. „Es ist vollkommen klar, es kommt auf die beiden Heimspiele an“, sagte Hellmann, die Spiele gegen Berlin und Hamburg müssen gewonnen werden, um die Chance aufs internationale Geschäft zu wahren. „Und das letzte Spiel auf Schalke kann in alle Richtungen gehen“, etwa wenn die Knappen bereits für die Champions League qualifiziert sind. Was aus Frankfurter Sicht allerdings Sorgen bereiten dürfte, ist der sichtbare Kräfteverschleiß. Die Mannschaft scheint auf der Felge zu fahren, sie hatte nicht mehr viel zuzusetzen, als es darauf ankam. Bereits gegen Hoffenheim vor einer Woche fehlten entscheidende Körner, die lange Saison hat (zu?) viel Substanz gekostet, physisch wie mental.

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