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Frankfurt - Leipzig Aus Protest gesiegt

2. UpdateEintracht Frankfurt setzt sich gegen RB Leipzig durch und erobert Tabellenplatz drei. Gegen die Spielansetzung am Montagabend gibt es Proteste der Fanszene.

Eintracht Frankfurt - RB Leipzig
Kevin-Prince Boateng (l.) feiert seinen Treffer zum 2:1 mit Sebastien Haller. Foto: dpa

Als Torwart Lukas Hradecky dann den letzten Ball abgefangen und Schiedsrichter Felix Zwayer eine spektakuläre Partie abgepfiffen hatte, war Eintracht Frankfurt tatsächlich auf Champions-League-Kurs. Mit 2:1 (2:1) bezwangen die Hessen RB Leipzig und springen damit auf Platz drei, hinter Borussia Dortmund und den FC Bayern München. Es war ein immens intensives Spiel, hochemotional und mit allerlei Galligkeit geführt. Die Eintracht war in der Tat auf Augenhöhe mit RB Leipzig. Timothy Chandler und Kevin-Prince Boateng, der seine fünfte Gelbe Karte sah und nächsten Samstag in Stuttgart fehlen wird, hatten die Frankfurter Tore erzielt. Die Frankfurter Leistung war aller Ehren Wert, der spielerischen Klasse der Sachsen setzten die Hessen nimmermüden Kampfeswillen und Einsatz entgegen. Und dieser Erfolg war nicht einmal unverdient. Die Gastgeber hatten insgesamt mehr Torchancen. Der Jubel darüber fiel allerdings gedämmter aus, weil ein Fan einen Herzinfarkt erlitten hatte. Er verstarb wenig später.

Das Spiel begann erwartungsgemäß mit minutenlanger Verzögerung. Die Fans hatten im Vorfeld Aktionen angekündigt, mit denen gegen die ungeliebten Montagsspiele demonstriert werden sollte. Kaum waren die beiden Mannschaften um kurz vor 20.30 Uhr auf den Rasen gelaufen, da strömten Hunderte von Fans, nicht aufgehalten von den Ordnungskräften, in den Innenraum und hielten im Stadion, entlang der Gegengerade und vor der eigenen Kurve, Plakate hoch. „Die Straße holt sich den Fußball zurück - Eintracht-Fans gegen Montagsspiele“, stand auf einem. Vor der Nordwestkurve, dort, wo die beinharten Anhänger der Eintracht stehen, stand der Slogan, der das Motto des ganzen Abends überschreiben sollte: „Wir pfeifen auf das Montagsspiel - wir geben den Ton an.“ Schiedsrichter Felix Zwayer pfiff die Partie mit gut sieben Minuten Verspätung an, er ließ die Demonstration zu. Offensichtlich war das abgesprochen. Schon zuvor war auch das Rahmenprogramm anders als bei „normalen“ Bundesligaspielen deutlich gedimmter ausgefallen.

Stattdessen spielte die Stadionregie den Hit von den Boomtown Rats „I don’t like mondays.“ Dazu intonierten die Fans immer wieder den Stadiongassenhauer „Fußballmafia DFB.“ Obwohl sich die Fans weiterhin im Innenraum aufhielten, pfiff Zwayer das Spiel an. Erst danach marschierten sie unter dem Beifall der Zuschauer in die Kurve zurück. Anschließend gingen die Proteste weiter: Wann immer die Leipziger in Ballbesitz waren ertönten laute Pfiffe, bei Ballbesitz der Eintracht herrschte Ruhe.

Feurige Partie

Auch der Beginn der zweiten Halbzeit verzögerte sich um einige Minuten, weil immer wieder aus der Nordwestkurve und der Gegengeraden Tennisbälle in rauen Mengen auf das Spielfeld geworfen wurden.

Natürlich litt die Partie unter diesen Voraussetzungen, es war wahrlich kein kreuznormales Spiel. Das war eigentlich schade, denn sofort entwickelt sich eine prima Partie mit rassigen, zuweilen verbissenen Zweikämpfen, nicklig, gallig und hochemotional. Gerade in den ersten 45 Minuten war jede Menge Feuer drin, so viel Feuer, wie oft in 90 Minuten nicht.

Die Leipziger verzichteten auf einige Stammspieler, etwa Timo Werner, auch Emil Forsberg saß zunächst auf der Ersatzbank. Und doch fanden die Gäste besser und schneller ins Spiel. RB Leipzig agierte zunächst unglaublich schnell, der Ball lief wie auf Schienen, teilweise kombinierten sie nach Belieben.

Die Eintracht, die doch auf den am Spann angeschlagenen Omar Mascarell verzichten mussten, aber wieder auf David Abraham zurückgreifen konnten, wusste oft gar nicht wie ihr geschah. So auch beim 0:1, als sich die Leipziger die Kugel fast im Direktspiel solange zupassten, bis Jean-Kevin Augustin zum 0:1 (13.) einschieben konnte.

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