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Fan-Protest Gespenstische Ruhe im Stadion

Der DFB lässt wegen TV-Verträgen Spiele auch am Montagabend austragen. Eintracht-Fans sind sauer - und planen einen Stimmungsboykott bei der Partie gegen Leipzig.

Fast leere Ränge in der Commerzbank Arena
Fast wie bei einem Geisterspiel: Beim Montagsspiel gegen Leipzig planen die Frankfurter UItras einen 90-minütigen Stimmungsboykott. Foto: rtr

Beim Heimspiel der Eintracht gegen RB Leipzig am 19. Februar wird voraussichtlich eine Atmosphäre wie bei einem Geisterspiel herrschen. Weil die Partie an einem Montag ausgetragen wird, ruft die aktive Fanszene aus Frankfurt zu einem 90-minütigen Stimmungsboykott auf. „Wir werden den Verkäufern des Fußballs nicht den Rahmen bieten, den sie sich erhoffen, um ihr ,Premiumprodukt’ zu vermarkten“, teilten die Ultras am Freitagabend in der von ihnen herausgegeben Spieltagszeitung „Schwarz auf Weiß“ mit.

Die Partie der Eintracht gegen Leipzig ist das erste von fünf Montagsspielen in dieser Saison. Eine der Begründungen für den neuen Termin war eine Entlastung der Europacup-Teilnehmer. Da seit Ende der Gruppenphase in Champions und Europa League nur noch drei deutsche Mannschaften international spiele, ließe sich der Spielplan in der Rückrunde zwar auch ohne Montagsspiele gestalten. Insbesondere wegen der TV-Verträge – die Montagsspiele laufen im Bezahlangebot von Eurosport – muss die Liga aber daran festhalten. Doch für die Eintracht-Ultras steht ohnehin fest, dass es in Wahrheit nur um „eine weitere Möglichkeit der Vermarktung“ gehe.

„Montagsspiele sind eine rote Linie, die nicht überschritten werden darf“, schreiben die Ultras. Damit sind sie in guter Gesellschaft mit Fans in Dortmund und Bremen, wo die folgenden montäglichen Partien ausgetragen werden. In beiden Städten haben Fangruppen angekündigt, den Spielen fernzubleiben.

Für die Frankfurt-Fans war das keine Option. Sie wollen bei dem Spiel Präsenz zeigen, aber: „Wir werden nicht singen, keine Zaunfahnen aufhängen, keine Fahnen schwenken.“ Der Boykott ist mit der übrigen Fanszene der Eintracht abgestimmt. So ist davon auszugehen, dass sich die gesamte Nordwestkurve daran beteiligt. Letztmals gab es das im Herbst 2012, als ligaweit gegen das Sicherheitskonzept der DFL protestiert wurde. Damals schwiegen die Fans aber nur zwölf Minuten pro Partie, was von vielen Zuschauern außerhalb der Fankurven und auch am Fernseher als bedrückend wahrgenommen wurde.

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