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Europa League Marseille verfügt Stadtverbot für Fans von Eintracht Frankfurt

Die Anhänger von Eintracht Frankfurt dürfen am Donnerstag nicht nach Marseille reisen. Die Vereinsspitze ist über den Erlass aus Südfrankreich empört.

Marseille
Ein Blick über Marseille, mit dem Stadion im Hintergrund. Eintracht-Fans sind hier am Donnerstag nicht willkommen. Foto: imago

Die Umstände rund um das erste Europacup-Spiel der Eintracht seit mehr als vier Jahren werden für die Fans des Fußball-Bundesligisten zu einem immer größeren Ärgernis. Nicht nur, dass der europäische Fußballverband Uefa den gastgebenden Verein, Olympique Marseille, zu einem Spiel ohne Zuschauer verurteilt hat und somit auch keine Frankfurter Fans ins Stadion dürfen. Am Dienstag wurde zudem bekannt, dass die zuständige Präfektur ein Aufenthaltsverbot für Eintracht-Fans erlassen hat, das für das Stadtgebiet von Marseille gilt. Die Eintracht und ihr Fanclubverband sind empört.

Dass sie beim Spiel am morgigen Donnerstag nicht ins Stadion dürfen, wird voraussichtlich mehrere Hundert Fans der Adlerträger nicht davon abhalten, nach Marseille zu reisen. Viele sind sogar schon unterwegs und verbinden den Ausflug nach Marseille mit einem Urlaub in Südfrankreich. Gemeinsam wollen sie das Spiel in Kneipen schauen und somit zumindest in der Nähe der Mannschaft sein.

Eintracht-Frankfurt-Fans zwischen Wut und Fassungslosigkeit

Doch geht es nach der zuständigen Präfektur, wird daraus nichts. In einem Erlass heißt es, zwischen 8 Uhr morgens und Mitternacht sei der Aufenthalt in Marseille für jeden untersagt, „der sich darauf beruft, Fan von Eintracht Frankfurt zu sein, beziehungsweise sich als solcher zu erkennen gibt“. Sprich: Jeder, der in Marseille ein Eintracht-Trikot trägt oder das Vereinslied singt, muss damit rechnen, festgenommen zu werden. Denn für die Umsetzung des Stadtverbots ist die Polizei zuständig, wie die Präfektur klarstellte.

Die Stimmung der Eintracht-Fans schwankte am Dienstag zwischen großer Wut und Fassungslosigkeit. Schon die Entscheidung, dass die Anhänger nicht ins Stadion dürfen, war auf Unverständnis gestoßen. Schließlich ist der Zuschauerausschluss eine Strafe für den Verein aus Marseille, dessen Fans in der vorigen Saison mehrfach negativ aufgefallen waren. Darunter zu leiden hat nun aber auch die Fanszene der Eintracht. Bis zu 10 000 Anhänger wären unter anderen Umständen vermutlich nach Südfrankreich gereist.

Axel Hellmann: Aufenthaltsverbot in Marseille „völlig unangemessen“

Das nun verhängte Stadtverbot sei aber „einfach nur noch lächerlich und unverschämt“, sagte Ina Kobuschinski, Vorsitzende des Fanclubverbands der Eintracht. Der Zusammenschluss der Fans lehne eine solche Kollektivstrafe rundheraus ab. Trotz der Empörung geht Kobuschinski davon aus, dass es in Marseille am Donnerstag „von unserer Seite aus friedlich bleibt“.

In scharfer Form reagierte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann auf das Stadtverbot. Er sprach von einem „völlig unangemessenen und rechtsstaatlich hochgradig bedenklichen, wenn nicht unzulässigen Eingriff in die Rechte eines jeden einzelnen“. Die Fans suchten in Marseille keinen Ärger, sondern wollten die Mannschaft unterstützen. Das Aufenthaltsverbot stelle die Eintracht-Fans unter Generalverdacht, „dem wir in aller Klarheit widersprechen“. Durch die Kollektivstrafe der Uefa würden die Frankfurter Anhänger als „völlig unbeteiligte Dritte“ aus der Stadt ausgesperrt. „So kann das nicht weitergehen“, sagte Hellmann.

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